יום העצמאות

Am 14. Mai 1948 wurde Israel unabhängig. Der Jom ha-Atzma’ut, der Unabhängigkeitstag, wurde im folgenden Jahr eingeführt.

Der Frieden schafft in Seinen Höhen,
Er schaffe Frieden auch für uns
und in ganz Israel!
Darauf sprecht: Amen.

aus dem Kaddisch

Zum 60. Geburtstag des Staates Israel vor vier Jahren entstand diese Aufnahme einer Vertonung des Gebetes.

Der ungarische Gitarrist Attila Rontó interpretiert mit seiner Band eine mir aus dem Hebräischunterricht vertraute Version des Oseh Shalom.

Vor sechzehn Jahren durfte ich dort zwei Wochen verbringen; die Atmosphäre war damals – zumindest für Touristen – friedlich, und ich habe das Land als überwältigend schön, gastfreundlich und fröhlich in Erinnerung. Mögen solche und noch viel bessere Zeiten bald kommen.

Möge Israel blühen und fruchten in Frieden, Liebe und Gerechtigkeit!

Israel, du schönstes Land der Erde,
weinende Weiden am Jordan, siedender Sand
in gelben Bergen, am Felsen klebt ein Kloster,
grüne Wadis führen zum grünen Salzmeer,
mitten im Tod das Leben.
Auf margeritengoldnen Hügeln
blühn Flecken roter Anemonen,
schöner als Sh‘lomos Krönungsmantel.
Mimosen, goldtropfende, Lupinen-Zauberblau,
Orangen, Dattelpalmen, süßer Saum der Straßen.
Bougainvilleen, violette Wasserfälle,
überschütten Mauern weißer Städte,
färben die dürren Bäume.
Schönäugige, langbewimperte Kamele
dulden die Blicke der Fremden mit fürstlichem Hochmut.

Jerushalajim, schlagendes Herz mit vier Kammern!
Du von allem Gefolge des Herrn Geliebte,
Stadt auf dem Berge, golden Behelmte,
heilige Stadt überm Höllental!
Deiner Erstlinge kluger Ernst, ihr Tanz und Lachen und Weinen,
füllt deine Mauern, lebendiges Lied.

Dreißig Gemeinden des Nazareners,
jede dünkt sich die beste –
doch läßt man sich leben, duldet Umgang.
Auch ein kleines Volk hält Gemeinschaft mit diesen,
Volk, das im Kreuz den Lebensbaum sieht,
gekreuzigtes Volk, das früh den Gekreuzigten kannte.

Bunt von Händlern und Betern und Bettlern
in überdachten Gassen, duftend
wie Arabiens Wohlgerüche
die Heimat derer, die auf Aksa beten,
in dämmerblauen Hallen, zwischen hundert Säulen,
teppichgedämpft die nackten Schritte.
Wer kann hier anders als beten?

Kinneret, Salzmeer, Jesreel und Judäa,
Weinberg des Herrn, du Land von David und Sh‘lomo,
von Moshe und Jeshuah!
Land meiner Liebe, bleibe erhalten!
Friede sei all deinen Menschen.
Flüsse von Milch und Honig,
Lieder von Krieg und Liebe, Tod und Verlangen,
von des Ewigen Weisheit werden dich ewig durchziehn.

aus: Claudia Sperlich, Mit deinen Flügeln will ich fliegen. Gedichte

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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