Staub kommt auch von Gott

… lautet angeblich ein russisches Sprichwort.

Ich habe ein mein kleines Schlafzimmer halb ausfüllendes gemütliches Bett mit Schubladen. Ich beschloß, diese Schubladen mal richtig zu putzen. Dabei erspähte ich, was in dem großen Raum unter dem Lattenrost so angesammelt hatte. Und erschauerte.

Ich habe jetzt eine große Menge dieser Gottesgabe in Staubsauger und Putzlappen verschwinden lassen. Und obwohl man das gar nicht sieht – weil ja wieder die Matratzen auf dem Bett liegen – bin ich so richtig zufrieden. Jetzt ist zwar der ganze Rest der Wohnung immer noch nicht sauber, aber ich kann nach einer Pause mit frischem Mut drangehen.

Und andererseits bin ich schon etwas geniert. So viel Staub, und ich hab es nicht gemerkt!

Wilhelm Wackernagel
Staub an allen Ecken

Wie wunderlich! wie wunderlich!
Ich sehe durch die Ritzen
Ein Leuchten gar absonderlich
In meine Kammer blitzen,

Und wie ein Balken zieht es sich
Von einem Eck zum andern:
Da drängt es sich, und flieht es sich,
Und ist ein Drehn und Wandern;

Und tanzt, vom Sonnenschein erhellt,
Von der Erde bis zur Decken.
O Gott, wie groß ist deine Welt,
Und Staub an allen Ecken.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Staub kommt auch von Gott

  1. Aurélie Sterntau schreibt:

    Ich hasse Staub. Abgrundtief.
    Allwöchentlich der gleiche Terz, reihum latschen und alles von elendigem Staub befreien. Meh.

    (Bin auch gerade fertig geworden.)

  2. piri ulbrich schreibt:

    Staubtiere wohnen bei uns und solange sie nicht zu groß werden dürfen sie sich tummeln.

  3. Frau Momo schreibt:

    Ich möchte nicht wissen, was hier für Ecken zu Tage treten, wenn wir alles abbauen…. ich glaube, dann muß ich mich schämen 🙂

  4. haushundhirschblog schreibt:

    schließe mich Frau Momo an … und das mit Hausstauballergie 🙂

  5. Claudia Sperlich schreibt:

    Ja, Umziehen hat immer was. Hinter Schränken, unter Kühlschränken und Waschmaschinen erlebt man dann sein graues Wunder.

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