Ich mag keine Feiglinge

Wohl jeder Mensch hat irgendwann in seinem Leben Zeiten, in denen ihn der Mut verläßt. Das ist noch nichts Verächtliches, und einen Menschen, der sich in einer bestimmten Lebenssituation untypischerweise feige benimmt, will ich deshalb nicht schmähen (zumal ich meine eigenen Ängste allzu gut kenne).
Was ich wirklich nicht mag, sind Leute, die sich mit großen Parolen aufspielen, aber weder zwischen den Ohren noch zwischen den Beinen genug Mumm haben, sich den von ihnen Gepiesackten zu stellen.

Eric Rainer Heitzer, der in Sapporo ansässige Antisemit, ist so ein Mensch: Zu dumm, zu bemerken, daß er sinnloses Zeug schwätzt, und zu feige, das mit einem vollständigen, aussagekräftigen Impressum und auf einem deutschen Server zu tun, hält er sich für eine Art Helden, weil er unter erlogenen und gestohlenen Identitäten Nazipropaganda ins Netz kotzt.

Vor Feiglingen dieser Art kann ich nur ausspucken.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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8 Antworten zu Ich mag keine Feiglinge

  1. Marion schreibt:

    Hallo Claudia,

    es gibt sehr vieles auf diesem Erdball, das nicht so läuft wie es wünschenswert wäre und worüber man sich aufregen und in Rage geraten kann. Aus irgendeinem Grund regen wir uns aber nicht über alles auf, sondern nur über bestimmte Dinge, die uns aus irgendeinem Grund besonders berühren. Was berührt dich an „Nazis“ persönlich so stark, dass du dich so äußerst?

    Das ist es, was mich dieser dein Artikel innerlich fragen lässt. Du musst darauf nicht antworten, wenn du aber magst, wäre ich interessierter Zuhörer.

    Liebe Grüße
    Marion

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Marion, die Antwort darauf findest Du, wenn Du das Widget Nazis sind unter meinem Niveau anklickst.
      Im übrigen finde ich in der Tat Massenmörder besonders schlimm.

  2. Marion schreibt:

    Hallo Claudia,

    danke. Dort lese ich u.a.: Abgesehen von moralischen, ethischen, religiösen und intellektuellen Gründen gegen den Antisemitismus…

    Gegen den Antisemitismus zu sein ist die eine Sache. Ja, es gibt moralische, ethische, es gibt viele Gründe, über Antisemitismus nicht glücklich zu sein. Dagegen Sturm zu laufen – das ist nochmal etwas anderes und ist mir hier besonders aufgefallen. Es muss einen persönlichen Grund geben, der tiefer geht, wenn man sich derartig echauffiert. Der würde mich interessieren.

    Du schreibst weiter … gibt es noch einen zwar sekundären, aber mir sehr wichtigen Grund. Antisemitismus ist zum Dauergähnen langweilig.

    Hm… Meine Erfahrung sagt, wenn jemand sich äußert, etwas sei total langweilig, dann steckt unter diesen Worten in der Regel eine starke Aggression, die man sich selbst aber nicht zugestehen mag.

    Es gibt viele Gründe, warum einen etwas besonders aufregt und das darf auch sein. Wenn es einen Weg gibt, es zu neutralisieren, ist das der Gesundheit, körperlich und seelisch, zuträglich. Was hindert dich, Antisemitismus wahrzunehmen und doch als Phänomen diversester Ursachen stehen lassen zu können und innerlich beiseite zu legen?

    Bitte versteh mich nicht falsch. Ich greife dich nicht an. Und natürlich könnte man jetzt genauso gut fragen, warum es mich überhaupt zu interessieren hat, mit welcher Intensität du was machst?! Ich bin einfach zufällig drauf gestoßen und hab nachgefragt. Vielleicht dient es niemandem. Dann lege ich das Thema wieder beiseite.

    LG
    Marion

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Es stimmt: Der Kerl langweilt mich. Seinen Spam ertragen und löschen ist so spannend wie jeden Tag ein seit Monaten versifftes Klo zu putzen – und zugleich genau so eklig.
      Alles weitere kannst Du aus dem, was ich geschrieben habe, entnehmen. Jede der zitierten Straftaten hat er mehrfach begangen. Das sollte genügen, um meinen Zorn auf diesen Menschen zu erklären.

    • Wolfram schreibt:

      Ich kann nicht für Claudia sprechen (das kann sie dafür sehr gut selbst tun), aber für mich selbst kann ich sprechen: jede menschenverachtende Gesinnung tut Menschen Unrecht, verletzt und erniedrigt Menschen. Ob Antisemitismus, Antikommunismus, Antiarabismus (in meinem Lebensland ziemlich verbreitet), Sexismus oder was auch immer.
      Es ist schlicht und ergreifend Bürgerpflicht, an solchen Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht vorbeizuschauen, sondern Widerstand zu leisten.

      Die Frage möchte ich aber umgekehrt dir stellen: warum stört dich Claudias Engagement, warum fühlst du dich genötigt, es in Frage zu stellen?

      Übrigens: es kann durchaus sein, daß die Aussage „das ist todlangweilig“ mit Agression einhergeht. Aber deine Sicht von Ursache und Auswirkung ist absolut nicht zwingend; im Gegenteil. Mir erscheint es jedenfalls sehr einleuchtend, wenn jemand immer wieder mit dem gleichen Kram bombardiert wird, den er nicht hören will, daß er darauf irgendwann gelangweilt und gleichzeitig wütend reagiert: gelangweilt, weil nun wirklich nichts Neues kommt, und wütend, weil ihm damit Zeit gestohlen wird.

  3. Marion schreibt:

    Hallo Wolfram,

    meine volle Zustimmung zu deinen Worten: … jede menschenverachtende Gesinnung tut Menschen Unrecht, verletzt und erniedrigt Menschen.

    Nicht vorbeischauen, das sehe ich wie du. Aber Bürgerpflicht und Widerstand leisten, das stelle ich für mich in Frage.

    Ich nehme deine Frage gerne auf, was mich gestört hat bzw. warum ich in Frage gestellt habe…

    Claudia schreibt: … hält er sich für eine Art Helden, weil er unter erlogenen und gestohlenen Identitäten Nazipropaganda ins Netz kotzt.
    Vor Feiglingen dieser Art kann ich nur ausspucken.

    Ich kenne die Person nicht, um die es geht und habe keinen Grund, sie in irgendeiner Weise in Schutz zu nehmen. Statt dessen gehe ich davon aus, dass die Dinge sich grundsätzlich so verhalten, wie Claudia sie darstellt. Mit den von Claudia gewählten Worten habe ich aber ein Problem. Es ist wie wenn man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben wollte. Man wählt Worte, die aus meiner Sicht nahe an menschenverachtend grenzen, eben genau jenes, was man verurteilt.

    Ich glaube nicht, dass man der Sache (Antisemitismus o.ä.) auf diese Art „Herr werden“ kann. Gegenwehr erzeugt immer neu Gegenwehr. So schaukeln sich die Dinge auf. Es kommt so jedenfalls keine Neutralität rein.

    Was mich noch stört ist die Art der Wortwahl auf dem Button „Nazis sind unter meinem Niveau“. Damit wird sich über einen anderen Menschen erhoben. Ich persönlich bin nicht dafür, so mit einem Phänomen wie Antisemitismus umzugehen. Aber ich lasse letztendlich jedem seinen eigenen Weg. Es reizte mich einfach, nachzuhaken.

    Mag sein, dass „gelangweilt“ in dem Fall noch etwas anderes beschreibt, das mir nicht bewusst war und dass es daher sehr gut dahin passt.

    Nun denn…

    Liebe Grüße, auch an Claudia, über die hier gesprochen wurde
    Marion

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ich halte es nicht für wünschenswert, „neutral“ über Mordgesindel gleich welcher Couleur zu sprechen. Ich nehme Partei, ganz entschieden, für Menschenrecht und Bildung. Neutralität gegenüber Diktatoren und ihren Unterstützern ist aus meiner Sicht ein Mangel an Mut und Güte und auch an Solidarität mit den Opfern.
      Nazis sind Leute, die sich willentlich unter mein Niveau begeben, auch wenn das so hoch nicht ist.

    • Wolfram schreibt:

      Neutralität ist ja auch nicht Sinn der Sache, es geht ja darum, einen schädlichen Mißstand auszumerzen. Neutralität – das ist das „feine“ Wort für die drei Affen: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.
      Wohlgemerkt: es geht mir nicht darum, im Gegenzug Nazis oder ähnliche Gesinnte zu erniedrigen. Ich war immer gegen Sprüche wie „Nazis raus“. Ich will auch wissen, warum sie so denken, weil das unabdingbar ist, um eine Sinnesänderung herbeiführen zu können. Aber dem menschenverachtenden Verhalten muß SOFORT Einhalt geboten werden.

      Aggression schafft Aggression, das siehst du richtig. Aber warum wirfst du Claudia vor, auf Aggression entsprechend zu reagieren?

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