Der Vater des Gemüsegartens

Vor 237 Jahren starb Christian Reichart, der als vielseitig gebildeter Mann das Gärtnerhandwerk autodidaktisch gelernt hatte, um den ererbten Landbesitz erhalten zu können.
Er hatte den Gartenbau zu einem Erwerbszweig gemacht und dazu praktische Gartengeräte entwickelt sowie verschiedene Gemüsearten veredelt. Er perfektionierte die Mehrfelderwirtschaft; durch bis zu achtzehn Fruchtfolgen verhinderte er ein Auslaugen des Bodens.
Sein Wissen gab er in dem sechsbändigen Werk Land- und Gartenschatz weiter. Er bezeichnete die Landwirtschaft als nützlichste aller Wissenschaften, weil sich aller menschlich zeitliche Wohlfahrt darauf gründet.

Ich mache mir freilich ein Vergnügen daraus, die zur Aufnahme des Feld- und Gartenbau dienlichen Vorteile dem Publiko mitzuteilen und bin überzeugt, daß hierdurch nicht nur unserer Stadt, sondern auch anderen Ländern ein merklicher Vorteil zuwachsen werden.

Reichart engagierte sich auf verschiedene Weisen in seiner Heimatstadt Erfurt. In der evangelischen Reglerkirche war er Organist. Auch setzte er sich für wissenschaftliche Bildung der Gärtner ein und kritisierte den praxisfernen Unterricht an der Universität.

Daß Erfurt eine wichtige Gartenstadt wurde, ist Christian Reichart zu verdanken.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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