Wenn Architekten ausflippen

Am Friedrich-Wilhelm-Platz ist ein besonders krasses Beispiel gründerzeitlicher Stil- und Geschmacksverirrung zu bestaunen. Möchten Sie es gotisch mit einer Ahnung Ritterburg? Vielleicht noch ein bißchen Orientalismus dazu, mit einer Prise Romanik? Eine Schiffsluke könnte ich auch noch. Ein bißchen christliche Ikonographie ist im Preis inbegriffen.
Was herauskam, ist zwar groß und haltbar, aber künstlerisch eher nicht so gelungen. Dafür mein täglicher Lacher. Ganz ehrlich, ich möchte dies Monstrum nicht missen.










Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Wenn Architekten ausflippen

  1. Barbara schreibt:

    Ich finde, das geht noch. Am schlimmsten finde ich es, wenn alte Gebäude teilweise im 60er Jahre Betonbunkerstil verhunzt werden. Bei uns in der Region hat es das Kloster Beuron getroffen, indem ein Architekt den Eingangsbereich in dieser Weise gestaltet hat. Am liebsten würde man das Ganze wieder abreißen lassen, aber die Erben des Architekten haben wohl Einspruch erhoben und irgendwie auch Recht bekommen.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Deswegen kann ich ja auch über dies Gebäude immer hin noch amüsiert grinsen – über solche Verhunzungen wie von Dir beschrieben kann ich nur weinen.

  2. piri ulbrich schreibt:

    Ach, das ist doch ganz niedlich! Mein Geschmack ist es nicht, aber über Geschmack lässt es sich vortrefflich streiten. Nicht nur alte Gebäude werden mit Erkerchen, angedeuteten Balkonen und Giebelchen verunziert, gerade neue Architekten versuchen den Häusern ihr persönliches Stempelchen aufzudrücken.

  3. Lakritze schreibt:

    Schönes Porträt: ein Haus mit Gesicht. — Na gut. Mit mehreren Gesichtern.
    Aber wenn ich solche Fenster sehe (die Größe! die Aufteilung!), dann möchte ich immer dahinter wohnen. Für angenehme Räume war die Gründerzeit gut.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Das ist wahr. Die mittelständischen und großbürgerlichen Wohnungen jener Zeit sind sehr angenehm. Allein, die „Außenhaut“ dieses Gebäudes ist schon etwas grotesk.

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