Tötungsstatistiken

In Deutschland wurden in den Jahren 2008 bis 2011 jährlich im Schnitt 110294 ungeborene Menschen getötet. (Quelle)

Im gleichen Zeitraum starben in Deutschland pro Jahr durchschnittlich 1760 geborene Menschen durch Totschlag oder Tötung auf Verlangen, 886 durch Mord. (Quellen hier und hier)
Bei einer durchschnittlichen Bevölkerungszahl von 81.847.500 Menschen und 2646 Tötungsdelikten beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen geborenen Menschen, getötet zu werden, 0,0032%.
Bei einer durchschnittlichen Anzahl von 672073 Lebendgeburten und 110294 Abtreibungen beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen potentiell lebensfähigen Ungeborenen, getötet zu werden, 14,09%.

Anders gesagt: Auf sechs Lebendgeburten kommt eine Abtreibung.
Tötungsdelikten fallen in Deutschland über 41mal so viele ungeborene wie geborene Menschen zum Opfer.
Die überwältigende Mehrheit der Schwangerschaftsabbrüche geschieht weder aufgrund medizinischer noch aufgrund kriminologischer Indikation. (Quelle)

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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9 Antworten zu Tötungsstatistiken

  1. cassandra_mmviii schreibt:

    Ich musste gestern meiner Schwiegermutter erklären, warum wir keine genetischen Tests an unserem Kind vornehmen lassen werden. Sie sah das anders. War schwierig.
    Noch schwieriger wurde es allerdings, als dieser „das muß doch jeder selbst wissen, das kannst du nicht für andere entscheiden“-Kram kam. Sie hätte kein behindertes Kind bekommen, das muss ich verstehen. Nein, muss ich nicht.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Das tut ja schon beim Lesen weh. Du mußt Dich bei der Frau rechtfertigen, daß sie ihr Enkelchen bekommt, egal wie es wird?

      • cassandra_mmviii schreibt:

        tat auch weh. Ihre Argumente waren, dass wir doch schon 3 Kinder haben, da muss man sehen, dass man das auch schafft und das wäre einfach zu viel und an’s geld muss man ja auch denken und überhaupt, wir haben doch kein Kinderzimmer mehr und irgendwann muss ich ja „mal wieder“ arbeiten.

        Geld findet sich. Und wenn das Lütte ein eigenes Zimmer braucht ziehen wir halt um.

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Sind denn die drei Kinder so unterernährt und schlecht erzogen, daß sie Grund zur Sorge hätte?
        Naja… einer meiner Brüder hat schon mal die Meinung geäußert, daß es „besser so“ ist, wenn ich keine Kinder habe. Weil ich ja so chaotisch und so ungeduldig bin und überhaupt. Und nicht verstanden, daß ich es einfach nur traurig finde.
        Es ist wohl nicht zu vermeiden, daß sich immer jemand findet, der das eigene Leben besser beurteilen kann als man selbst!

  2. Andrea schreibt:

    Ich bin zutiefst geschockt. So viele. Ich fasse es nicht und weiß gar nicht wie ich meinem Entsetzen Ausdruck verleihen soll. Ich kann und will mir kein Urteil über die Entscheidung der einzelnen Frauen erlauben. Ich frage mich nur, haben wir so viele verzweifelte Frauen die nicht glauben ein Kind großziehen zu können. Ich rede nicht von Frauen, die das für eine Art der Empfängnisverhütung halten und auch nicht von Jutta v Ditfurth: „Ich bin 36, da finde ich zwei Abtreibungen auf ein lustvolles, knapp zwanzigjähriges Geschlechtsleben relativ wenig.“ Sondern von Frauen die absolut verzweifelt sind.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Gerade jenen Verzweifelten müssen unbedingt bessere Möglichkeiten gezeigt werden. Auch wenn es nicht leicht verständlich ist, daß sie diese Möglichkeiten nicht in vollem Umfang kennen.

  3. klafuenf schreibt:

    Da fehlt was! 80 % aller befruchteten Zellhaufen bis Embryos werden abgestoßen und sterben so. Das macht im Jahr in Deutschland 3,2 Mio „natürliche“ Abtreibungen. Und nun?

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Du vergleichst den natürlichen mit dem gewaltsamen Tod. Mit gleichem Recht könntest Du argumentieren, da alle bereits geborenen Menschen auch irgendwann sterben, woran auch immer, ist Tötung nichts Besonderes und sollte straffrei bleiben.

  4. Pingback: Tote Kinder in Deutschland | Mein Leben als Rezitatorin und Verlegerin

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