Was den Menschen gemeinsam ist

Vor 47 Jahren erschien kurz vor dem Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils die Erklärung Nostra Ætate. In ihr werden die Religionen – und zwar alle, nicht nur das Christentum – als verbindende Gabe an die Menschheit gesehen.

Besonders wird darin die Verbundenheit mit dem Judentum geradezu hymnisch gefeiert, denn ohne diese erste und immer bewahrte Liebe Gottes wäre das Christentum undenkbar.

Die Erklärung schließt mit den Worten:

Wir können aber Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern. Das Verhalten des Menschen zu Gott dem Vater und sein Verhalten zu den Menschenbrüdern stehen in so engem Zusammenhang, daß die Schrift sagt: „Wer nicht liebt, kennt Gott nicht“ (1 Joh 4,8).
So wird also jeder Theorie oder Praxis das Fundament entzogen, die zwischen Mensch und Mensch, zwischen Volk und Volk bezüglich der Menschenwürde und der daraus fließenden Rechte einen Unterschied macht.
Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht. Und dementsprechend ruft die Heilige Synode, den Spuren der heiligen Apostel Petrus und Paulus folgend, die Gläubigen mit leidenschaftlichem Ernst dazu auf, daß sie „einen guten Wandel unter den Völkern führen“ (1 Petr 2,12) und womöglich, soviel an ihnen liegt, mit allen Menschen Frieden halten, so daß sie in Wahrheit Söhne des Vaters sind, der im Himmel ist.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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Eine Antwort zu Was den Menschen gemeinsam ist

  1. Wolfram schreibt:

    Das müßte viel öfter wiederholt werden. Und den nicht-römisch-katholischen Christen sei dabei gesagt, daß nicht kirchliche, sondern biblische Autorität aus den Worten spricht, die du zitierst.

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