Bittet für die, die euch nerven.

Guter Gott,
ich weiß nicht, wie ich mit dem Nazispammer weiter umgehen soll.
Er will Dein Volk ausrotten, wie Haman.
Aber er ist immer noch ein Mensch, Dein Geschöpf, Sünder wie jeder andere Mensch auch.
Man macht Witze über ihn, die er verdient hat.
Man nennt ihn hirnlos.
Aber sein Hirn mag irr und wirr sein, voll böser und gemeiner Gedanken, und doch ist es ein Hirn, das von Deinem Geist wenigstens theoretisch erleuchtet werden könnte.
Guter Gott, bitte gib diesem Kerl noch eine Chance zur Umkehr.
Ich bringe nicht mehr fertig, das von Herzen zu wünschen, zu schändliche Dinge hat er mir geschrieben.
Aber Du, Gott, Du kannst alles, und Du kannst alles verzeihen.
Bahne doch einen Weg durch Eric Rainer Heitzers Hirn und Herz, damit er sieht, was er getan hat, und sich bekehrt.

Heilige Teresia Benedicta a Cruce, bitte für ihn.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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9 Antworten zu Bittet für die, die euch nerven.

  1. stefanolix schreibt:

    Dein Anliegen in allem Ehren: Ich weiß, wie schlimm es sich anfühlt, Nazi-Propaganda aufgedrängt zu bekommen, lesen zu müssen, aus dem Briefkasten entsorgen zu müssen.

    Aber gestatte mir eine ganz persönliche Anmerkung: Ich finde es nicht in Ordnung, persönliche Werturteile in die Form des öffentlichen Gebets zu kleiden. Es gibt zweifellos Fälle, in denen eine öffentliche Fürbitte gerechtfertigt ist. Aber eine öffentliche Fürbitte mit Tritten vor das Schienbein eines Dritten ist keine Fürbitte mehr. Was soll Gott damit anfangen?

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ein guter Einwand – und ich habe einfach gar keine Antwort darauf.
      Ich weiß nur nicht mehr, was man noch tun kann. Wenn Schweigen und Reden, Beten und Fluchen, öffentlich machen und verheimlichen erfahrungsgemäß genau den gleichen Effekt hat, nämlich weitere Spamwellen – was kann und soll man tun?

  2. synchronuniversum schreibt:

    Es gibt da einen schönen Song von BAP, da heißt es im Refrain:
    „Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl,
    wat ich dann bedde däät, bedde däät.“
    LG bigi

  3. isa schreibt:

    Wenn ich für so einen verirrten Menschen nicht mehr bitten, also keine Hoffnung zugestehen könnte, dann müsste ich mich fragen, ob dieser extreme Nervling an dieser Stelle mit seiner Art nicht doch irgendwie etwas eröffnet, an dem mein Ego sich noch laben kann. Kann ja sein, dass ich mir durch solchen Schwachsinn nach aussen hin besser vorkomme, als ich bin. Ich weiß nicht ob er die Witze verdient. Witze helfen zumindest den Genervten ihren Stress wieder abzubauen. Ob ihm das nutzt oder der Gesellschaft sei dahingestellt.
    So weit ich weiß hat Jesus niemanden aus seinen Fürbitten ausgegrenzt, nicht einmal den Mörder neben ihm am Kreuz, der die Kurfe erst spät, in seiner Todesstunde, bekam.

    • stefanolix schreibt:

      @Isa: Aber auf den Unterschied zwischen der Fürbitte für den Schächer am Kreuz und der oben zitierten Fürbitte kommst Du hoffentlich selbst?

      • isa schreibt:

        nein komme ich nicht.
        Ich habe das oben geschriebene als Selbstgespräch aufgefasst, vielleicht um Gedanken oder die Situation zu klären, und nicht als Fürbitte. Es wurde eingeleitet mit den Worten: „ich weiß nicht, wie ich mit dem Nazispammer weiter umgehen soll.“ Auch den weiteren Text las ich eher menschlich mit Empathie für die Verfasserin. Mir stellte sich durch den Text dann allerdings die Frage, ob alle Menschen zu jeder Zeit Fürbitte verdienen oder ob es einen Punkt gibt an dem das aufgegeben werden kann, weil es keine Hoffnung auf einen Wandel mehr gibt.

  4. Xeniana schreibt:

    Kannst Du es nicht einfach ungesehen in den Papierkorb klicken? Es ist zu schade,finde ich, seine Lebenskraft dafür zu verwenden, sich über so etwas Krankes zu ärgern. Ich würde den Weg des Ignorierens gehen.Irgendwie ja auch schade, wenn der Typ Aufmerksamkeit bekommt…..

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ich wünschte, ich könnte das immer. Oft gelingt es mir schon.
      Aber immer? Dazu müßte ich ein völlig gefühlloser Mensch ohne jede Fähigkeit des Leidens und Mitleidens sein – und das will ich auch wieder nicht.

  5. Xeniana schreibt:

    Ich war nicht auf dem Link gewesen , indem du Informationen über ihn gibst. Furchtbar.Ich wüsste auch nicht was ich machen würde, wenn ich von so einem offensichtlich Wirklich kranken zugespammt werden würde.Irgendwie hat man ja auch eine Fürsorgepflicht für sich selbst. Ich würde auch beten….

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