Krabats Vater

Vor wenigen Tagen starb Otfried Preußler, dessen sagenhafter Roman Krabat für mich bis heute ein wichtiges Buch ist und dessen Kleine Hexe mit ihren duftenden Papierblumen auch mein Kinderzimmer schmückte.

Denkmal für Otfried Preußler

Die Augen sind umkränzt von Lächelfalten,
Und auf den Schultern sitzen kluge Raben,
Die sich dem Bösen einst verschrieben haben,
Bis eine Frau sie löst aus Teufelswalten.

Ein Räuber bittet nicht um milde Gaben
Und raubt die Kaffeemühle einer Alten –
Doch unrecht Gut wird niemals lang behalten,
Am Ende siegt die Freundschaft zweier Knaben.

Da spielt ein Wassermann im Mühlenweiher,
Um mondbeglänzte Burg fliegt ein Gespenst,
Ein muntres Hexchen zähmt den wilden Besen.

Mir war in Jugendtagen Freiheitsfeier,
Was mir noch heut aus Deinen Büchern glänzt!
Ich hoffe, lang noch werden sie gelesen.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Krabats Vater

  1. Wieder ein wunderschönes Sonett – da wird es einem warm ums Herz, und es fängt die Stimmung ein, die Otfried Preußler in seinen Geschichten erzeugt hat.

  2. Bettina schreibt:

    Reblogged this on laut und leise literatur lesen und kommentierte:
    weil man es besser nicht sagen kann: Otfried Preußler zum Dank und Gedenken

  3. Patricia schreibt:

    Klasse! Ich mochte Krabat sehr, das kleine Gespenst auch, am liebsten aber den Wassermann.

  4. Nils schreibt:

    Ich bin ja immer noch dabei, Preußler rauf und runter vorzulesen. Aber mit Krabat warte ich noch ein bisschen.

Kommentare sind geschlossen.