Deutsch-lateinischer Spaziergang

Nicht nur die Kirche pflegt die schöne lateinische Sprache, der wir nicht nur eine Menge Fremd- und Lehnwörter verdanken, sondern die auch die deutsche Grammatik stark geprägt hat. Lateinunterricht ist wieder modern, und das in Unterhaltungsliteratur, Planspielen und den anspruchsvolleren unter den Computerspielen seit Jahren gehegte Genre Fantasy ist mit lateinischen und latinisierten Ausdrücken durchsetzt. Auf einer ernsteren und zugleich auch spielerischen Ebene finden Lateinzirkel statt, bei denen Latein aktiv gesprochen wird. Allein in Deutschland gibt es zwei Mal im Jahr Gelegenheit, eine Woche lang mit anderen Lateinbegeisterten über die verschiedensten Themen zu plaudern, zu diskutieren und zu schreiben – in der Septimana Latina, die in Amöneburg und Freising stattfindet.

Zugleich haben viele Menschen Scheu vor dieser klangvollen Sprache, teils wohl wegen peinlicher Erinnerungen an unerfreulichen Lateinunterricht, zum großen Teil aber eher, weil das Fremde und Ferne uns nun einmal leicht ängstigt.

Papst Benedikt rief im November 2012 in einem Motu Proprio mit dem Titel Latina Lingua zur Pflege der lateinischen Sprache auf, nicht nur als Sprache der Liturgie, sondern auch um die zahlreichen Quellentexte der Kirchengeschichte auch weiterhin erschließen zu können. Aber nicht nur auf dieser Ebene lohnt es, sich auf die lateinische Sprache einzulassen. In ihr wurde so viel Schönes, Zärtliches, Geheimnisvolles, Derbes, Lustiges, Ernstes, Trauriges und immer wieder zauberisch Klangvolles geschrieben, daß es ein Jammer wäre, sie nicht mehr zu pflegen.

In einem gut einstündigen “Spaziergang” (bei dem Sie alledings bequem sitzen können) durch Zeit und Sprache möchte ich Ihnen lateinische Dichtung aus zweitausend Jahren vorstellen – sowohl im Original als auch in meiner Übersetzung. Lassen Sie sich ein auf die prophetische Sprache Vergils, die stürmische Selbstanklage des Archipoeta, die leuchtenden Sprachbilder Hildegards von Bingen und andere Dichtungen.

Mittwoch, 10. April 2013
19.00 Uhr
Maria unter dem Kreuz – Kleiner Pfarrsaal
Bergheimer Straße 1, 14197 Berlin (Gebäude hinter der Kirche)

Der Eintritt ist frei.
Um eine Spende für die Renovierung der Kirche wird gebeten.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Deutsch-lateinischer Spaziergang

  1. isa schreibt:

    Da erinnerst du mich an etwas. Bei der Aufnahme von meinem Junior ins Gym. wurde von den Schülern ein Theaterstück ganz in lateinischer Sprache vorgespielt. Während der Aufführung vergaßen die Nichtlateiner schnell, dass sie die Sprache nicht verstehen. Es war lustig und klang wirklich gut und jeder wußte worum es bei den Handlungen geht und hatte seine Freude daran.

  2. Eugenie Roth schreibt:

    Und wo wie lernt man schnell und schmerzlos Latein? Wenn ich so gut Latein könnte …
    Ich lese jeden Samstag die Texte für den Sonntag dt.-lt-, aber das ist ja nur einmal in der Woche … Und Geld für Unterricht ist beim besten Willen nicht vorhanden …
    Aber immerhin – auf diese Weise verstehe ich nach kanpp 2 Jahren doch schon allerhand (bei durch Kirchenchor schon marginal vorhanden gewesenen Vorkenntnissen).

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Mit einem guten Lateinbuch kann man als Autodidakt eine Menge erreichen.
      Weitere Hilfe – für nichts als ein freundliches Dankeschön bzw. gratias ago – gibt es in dem Forum e-latein.at/forum, wo sich vom interessierten Laien bis zum Professor mit jahrzehntelanger Erfahrung als Latinist alles tummelt, und wo ich mehr Latein gelernt habe als in der Schule.

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