Grabesruhe

Gustav Schüler
Gott ist tot

Das wär ein Graun, wenn alle Glocken
An einem Morgen, tieferschrocken,
Von selbst erklängen: „Gott ist tot!“
Erst stünde jeder, wie erschlagen, still,
Dann Weinen, Beten und Geschrei voll Not,
Weil ihn ein jeder auferwecken will.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Grabesruhe

  1. meckiheidi schreibt:

    Ja. Das wäre das letzte Mal, dass die Glocken erklingen würden. Was wäre unsere Heimat ohne den Klang der Glocken? Manchmal sieht man von einem Aussichtspunkt bei uns in der Pfalz auf ein Dorf ohne Kirchturm. Dann fehlt mir was – es fiel mir eines Tages auf als ich nachdachte, was mich an dem Bild stört … danke für den ernsten schönen Text. Ich wünsche von Herzen gesegnete Ostern!

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ich freue mich auch immer, wenn ich Kirchenglocken höre.
      Auch wenn eine Kirche nicht notwendig einen Turm braucht und Glocken keine glaubensnotwendige Sache sind. Aber daß mir gleich zwei nahe Kirchen mehrmals täglich zurufen „Hallo, hier ist eine Kirche und lädt dich ein, mal an Gott zu denken“ – das ist wundervoll.
      Dir auch segensreiche Ostertage!

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