Religionslos, aber richtig

Nicht nur, aber besonders stark während des Triduum Sacrum wird Christen jährlich aufs Neue mit missionarischem Eifer ins Gewissen geredet: Man dürfe die Stillen Tage nicht allgemein verbindlich machen, und am Karfreitag nicht tanzen dürfen ginge wirklich gar nicht. Und überhaupt sind christliche Feiertage diktatorisch.

Mich überzeugen die Argumente der Kampfatheisten voll und ganz. Christliche Feiertage – dazu gehört auch der Sonntag – dürfen nicht allgemein verbindlich sein! Nur Arbeit kann diese Welt retten, nicht christlicher Müßiggang! Zur Entspannung ist Bewegung auf der Tanzfläche sinnvoll – und zwar nicht nur an 364 Tagen im Jahr -, nicht Stillsitzen in der Kirche!

Und die ganzen Feiertagszuschläge sind wirtschaftlich überhaupt nicht tragbar! Ab jetzt gelte:

Wer Arbeit hat, arbeite täglich!
Ladenschlußgesetze werden gänzlich abgeschafft!
Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit werden ersatzlos gestrichen!
Wer in die Kirche will, kann das nach Feierabend machen!
Wer tanzen will, ebenso!

Berlin, den 9. Germinal im 220. Revolutionsjahr

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Religionslos, aber richtig

  1. Wolfram schreibt:

    Das sind dann die gleichen, die nach der Viertagewoche schreien… bei vollem Lohnausgleich natürlich.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ja, und natürlich müssen sich die kleinen Krauter am Eck verpflichten, zu solchen Bedingungen mindestens drei Angestellte zu haben. Sonst ist Selbständigkeit am Ende unsozial.

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