Dreißig mal Ostern

In der Osternacht 1984, mit 22 Jahren, wurde ich getauft. Heuer feiere ich das Hochfest der Auferstehung zum dreißigsten Mal als Christin.

In neunundzwanzig Jahren Christsein bin ich durch Höhen und Tiefen des Glaubenslebens gegangen, habe zwischendurch auch erwogen, die Kirche zu verlassen (und mich selbst immer wieder mit Joh. 6,68 zur Ordnung gerufen), aber niemals ernsthaft daran gezweifelt, daß Gott lebt und liebt, daß Er die Liebe und das Leben selbst ist.

Ich liebe Ihn, und ich liebe Seine Kirche, auch wenn ich über die kleinen und größeren Ärgernisse in ihr traurig und zornig werde, auch wenn Dummheit und Gehässigkeit nicht nur säkulare Angelegenheiten sind, und auch, wenn ich selbst nicht weiß, wie ich diese Liebe glaubwürdig leben soll. Die Kirche ist meine Heimat, wo immer ich bin. Beim Gang zur Frühmesse denke ich: Ich gehe nach Hause.

In letzter Zeit werden mir die Geheimnisse der Eucharistie und der Passion immer wichtiger, und ähnlich wie in der ersten Zeit meines Christentums bin ich verliebt in Gott. Von Ihm, der mich hält und zugleich sich selbst mir ausliefert, sich von mir in der Hand halten läßt, kann mich nichts trennen.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Dreißig mal Ostern

  1. Reinhard schreibt:

    Da möchte ich Dir zu Deinem 30. Taufjubiläum ganz herzlich gratulieren !
    Möge der Ewige Dich auf Deinem Weg besonders segnen.

    Reinhard
    (der auch in der ostdeutschen Diaspora lebt, 130 km weiter südlich)

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