Balkongemüse und ziviler Ungehorsam

Die Überlegungen der EU-Kommission zu einer ökologisch unsinnigen, brutalen und undemokratischen neuen Verordnung bezüglich Saatgut habe ich hier bereits vorgestellt. Zwei Petitionen gegen diesen Blödsinn kann man im Netz unterzeichnen, Freiheit für die Vielfalt von Global 2000 sowie Saatgut: Bunte Vielfalt statt genormter Einfalt! von Campact.

Auch wenn man nicht über Macht und massenhaft Geld verfügt, kann man zudem im Garten, auf dem Balkon oder auch auf dem Fensterbrett Widerstand leisten, indem man seine Radieschen, Tomaten, Salatpflänzchen, Zucchini usw. nicht nur selbst zieht, sondern auch zur Gewinnung von neuem Saatgut nutzt. Hierbei ist zu beachten, daß es Firmen gibt, die dem Monsanto-Konzern gehören – und deren Saatgut möglicherweise genau das ist, was man vermeiden wollte.

Wenn recht viele Leute nur ein bißchen ökologisch unbedenkliches Saatgut alter Sorten gewinnen, sich vernetzen und Saaten austauschen, kann man das geplante Allotria wenigstens teilweise unterlaufen. Außerdem macht eine solche Aktion Freude – auch wenn, wie ich hoffe, die EU diesen Unfug doch nicht beschließt.

Nachtrag: Die EU gibt eine Teilentwarnung. Dennoch sehe ich eine Gefahr für die Landwirtschaft. Die Planung von Ausnahmen für Kleinbetriebe ist viel zu schwammig formuliert, und selbst wenn die klarer wäre: Die Landwirte werden da ganz erheblich unter Druck gesetzt, und wenn große Flächen mit Einheits-Saatgut befüllt werden, schadet das der Artenvielfalt schon genug.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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