Wir brauchen Quotenphilosophen!

Der Platz vor dem Jüdischen Museum Berlin braucht einen Namen.
Es gibt auch einen passenden Namen, den des großen Vordenkers religiöser Toleranz, Moses Mendelssohn.

Je edler ein Ding in seiner Vollkommenheit, sagt ein hebräischer Schriftsteller, desto gräßlicher in seiner Verwesung. Ein verfaultes Holz ist so scheußlich nicht, als eine verwesete Blume; diese nicht so ekelhaft, als sein verfaultes Thier; und dieses so gräßlich nicht, als der Mensch in seiner Verwesung. So auch mit Kultur und Aufklärung. Je edler in ihrer Blüte: desto abscheulicher in ihrer Verwesung und Verderbtheit.
Mißbrauch der Aufklärung schwächt das moralische Gefühl, führt zu Hartsinn, Egoismus, Irreligion, und Anarchie. Misbrauch der Kultur erzeuget Ueppigkeit, Gleißnerei, Weichlichkeit, Aberglauben, und Sklaverei.

aus: Ueber die Frage: was heißt aufklären?

Der hat nun in den Augen derzeitiger Politiker einen unüberwindlichen Makel, nämlich sein Geschlecht. In dieser Gegend heißen mehr Straßen nach Männern als nach Frauen, was als schreiendes Unrecht empfunden wird.
Angesichts dieser parlamentarischen Albernheiten wird die Dichterin heute ein wenig grob.

Kein Platz für Moses

Herr Mendelssohn, dies Geisteslicht,
war leider bloß ein Mann,
weshalb man in der Hauptstadt nicht
nach ihm benennen kann
den Platz, für den es sich gebührt,
daß er dies Denkers Namen führt!

Ein Frauenname muß hier sein,
so fordert die Partei.
Kein Denker kann so wichtig sein,
kein Geist so groß und frei,
kein guter, kluger, weiser Mann
das Frausein übertreffen kann!

Geschlecht hat hier Priorität
vor Liebe und Verstand.
Partei, wer dir eins überbrät,
dem reich ich meine Hand,
denn dieser Gender-Firlefanz
vermindert Männer auf den ….

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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10 Antworten zu Wir brauchen Quotenphilosophen!

  1. Eugenie Roth schreibt:

    … vermindert Männer auf den … Tanz? (((-;

  2. Wolfram schreibt:

    Seit wann reimt sich Firlefanz auf Bart? ❓

  3. Patricia schreibt:

    Ich bin auch Frauenquotenhasserin!

  4. Alex schreibt:

    Dank sei der Dicht’rin dargebracht,
    Frau, was habe ich gelacht!
    Ein andrer Denker-nähm er diese Hürde,
    wenn sein Name C*nt geschrieben würde?

  5. jobo72 schreibt:

    Und österreichische Theologen! Und spanische Barockscholastiker!
    „Adresse?“ – „Bartolomé-de-Las-Casas-Straße 17.“ – „Die in Friedrichshain oder in Schöneberg?“ – „In Steglitz.“
    LG, JoBo

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