Gott auf dem Gendarmenmarkt

Die Fronleichnamsprozession mitten in Berlin war wundervoll – und naß. Aber der Regen war wenigstens warm. Viel gesungen, gebetet, schöne Chormusik gehört, in feierlicher Hochstimmung durch die Straßen gezogen und eine mir sehr liebe Ordensfrau nach vielen Jahren wiedergesehen.

Fronleichnam

Der Herr zieht vorbei
im strömenden Regen.
Ich knie vor Ihm
auf nasser Straße.
Als Katholikin
bin ich erkennbar
am Fleck auf der Hose
und pfeif auf dem Heimweg
voll heiliger Speise
das Tantum ergo.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Gott auf dem Gendarmenmarkt

  1. clamormeus schreibt:

    Schön gesagt!

  2. Die FronleichnamsProzession (sowie die vorherige Messe natürlich auch) ist mir ein Fest. War nun das zweite Jahr dabei – und finde es so toll, wie einfach die Friedrichstraße entlang die Lautsprecher stehen, alle Welt (naja, zumindest ein Teil Berlins) warten muss ob der vorbeiziehenden Massen und der Herr zu ihnen kommt. Auch als Nicht-Römerin nimmt man doch gerne den Regen in Kauf, um bei solch einem Fest dabei zu sein. Da kann einem nur das Herz aufgehen 🙂

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Willkommen, Melanie!
      Da haben wir ähnliche Empfindungen. Wobei auf mich die Zuschauer ein wenig wirkten wie Afrikaforscher des 19. Jhs., die die fremdartigen Sitten der Wilden studieren.

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