Ein frisches Sonett für altbackene Kandidaten

Ein sonst schöner Morgenspaziergang führte mich an haufenweis Wahlpropaganda vorbei. Wie ich das finde, konnte ich beim Frühstück formulieren.

Als sie wählen sollte

Ich werde euch nicht meine Stimme geben,
will nicht euch seichte Schwafler unterstützen,
will keinem schoflen Demagogen nützen,
laß mich von euren Netzen nicht umweben!

Ich sehe unter den verschiednen Mützen
die gleiche blinde Gier, das gleiche Streben
nach High Society, nach seichtem Leben –
nur euch und euer Eigen wollt ihr schützen!

Für diese: Alle gleich und keiner frei!
Für jene: Alle gleich und manche gleicher!
Und ein Mandat macht euch, nicht andre, reicher.

Wer tritt schon willig in die Hundekacke?
Von euch kein einzger ist mir nach Geschmacke –
verschiedne Töpfe und der gleiche Brei.

© Claudia Sperlich

Advertisements

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Ein frisches Sonett für altbackene Kandidaten

  1. pixelspielerei schreibt:

    Dem schließe ich mich auf Punkt und Komma an!

  2. Pingback: mal anders! … | Toerichtes Weib's Blog

  3. Rainbow schreibt:

    Und das was sie versprechen, halten sie eh nicht, so klein das Versprechen auch gewesen sein mag… …und ausgetragen wird es auf unseren Rücken.

    Wirklich treffend Dein Gedicht. Leider…

    Liebe Grüße,
    Rainbow

Kommentare sind geschlossen.