Mutter eines schwierigen Sohnes

Monika[1]

Heute gedenkt die Kirche der Heiligen Monica von Thagaste, der Mutter des Augustinus. Ehe dieser Sprößling ein Christ, dann ein brillanter Theologe und Kirchenvater wurde, war er ihr liederliches Sorgenkind, das sich in einer Art spirituellem Selbstbedienungsladen mit allem möglichen Unfug eindeckte. Auch wenn mir an Monica einiges nicht weniger fremd ist als die unangenehmen Aussagen ihres sonst so klugen Sohnes über Frauen und Juden, bewundere und ehre ich sie für ihre bedingungslose Liebe und ihre Hoffnung wider alle Vernunft und Erfahrung. Sie hat die Fürbitten für Mann und Sohn niemals aufgegeben – und durfte beider Bekehrung erleben.

Monica
Melodie: Befiehl du deine Wege

In ihrer Jugend brannte
In Herz und Seele schon
Ein Licht, da sie bekannte
Sich zu dem Gottessohn.
Von Demut und von Güte
War Monica beseelt,
Und wo der Hader glühte,
Hat nie ihr Trost gefehlt.

Sie weinte im Gebete
Für ihren wilden Sohn,
Und für den Gatten flehte
Sie oft vor Gottes Thron.
Den überreichen Segen
Hat Gott ihr spät gewährt:
Zu Jesu Wort und Wegen
Sich Mann und Sohn bekehrt.

Wenn Traum und Bilder schweigen
Und auch die Seele schweigt,
Dann werden wir uns neigen
Vor dem, der uns gezeigt
In einem Atemholen,
In Augenblickes Zeit,
Daß Er uns anbefohlen
Die frohe Ewigkeit.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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