Laßt das Leben leben!

Ein Mensch darf in keinem Stadium seines Lebens irgendwelchen Überlegungen zum durch ihn entstehenden Kosten-Nutzen-Risiko unterworfen sein. Ob ein Kind gerade passt oder nicht, ob es aufgrund seiner voraussichtlichen Eigenart kostspieliger und mühsamer in der Erhaltung wird als erwartet, ob seine Eltern und andere Verwandte es wünschen oder nicht, hat mit seiner innewohnenden Menschenwürde rein gar nichts zu tun. Diese Würde und das damit untrennbar verbundene Recht auf Leben steht immer über allen anderen Rechten.

Sollte es möglich werden, zweifelsfrei vorherzusagen, daß dies Kind nichts anderes werden kann als eine nervende Rotznase und später ein Ganove (was ich für ausgeschlossen halte, aber als Gedankenspiel zulasse), so bleibt sein Lebensrecht dennoch unantastbar. Mensch ist Mensch.

Um dies Recht mit den Mitteln der Liebe und der Demokratie zu verteidigen, findet am Samstag, dem 21. September ab 13.00 Uhr in Berlin der Marsch für das Leben statt, an dem sich zahlreiche Gruppen und Einzelpersonen beteiligen werden.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Laßt das Leben leben!

  1. isa schreibt:

    Marsch für das Leben hmm…
    Es bedarf noch vieler Veränderungen in unserer Gesellschaft, dass Menschen mit Behinderung auch ein selbstbestimmtes lebenswertes Dasein führen können. Ich will nicht sagen, dass das Leben mit Behinderung nicht lebenswert sein kann, aber es ist in der Mehrheit der Fälle ein wahnsinns Kampf um Pflege, Nachteilsausgleiche und um berufliche wie soziale Teilhabe den man meist verliert. Das ist kein Thema in der Gesellschaft! Geschenkt wird einen nichts und Inklusion ist heute noch Utopie. Nur „Überleben“ ist einfach zu wenig! Aber so sieht es heute meist aus, besonders wenn Menschen mit Behinderung erwachsen und älter werden. Da kann einen der Mut schon verlassen! Die Politik ist vor allem gefragt, schafft sie heute doch noch mehr Illusionen als hilfreiche Gesetze. Es ist an der Tagesordnung, dass selbst um unstrittige Rechte gekämpft werden muss, weil Anträge jeglicher Art auf Teilhabe von den Behörden fast regelmäßig nur im Widerspruchsverfahren und über Gerichte erstritten werden können. Und von der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist Deutschland weit entfernt. http://www.teilhabegesetz.org//pages/startseite/fakten-und-argumente.php
    Aber: „Man sollte nie dem Glauben verfallen, eine kleine Gruppe ideenreicher, engagierter Leute könnte die Welt nicht ändern. Tatsächlich wurde sie nie durch etwas anderes geändert.“ Margaret Mead, US-amerikanische Ethnologin (1901-1978)

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Vor allem sind schlechte Lebensbedingungen kein Argument für den Tod, sondern für die Verbesserung der Bedingungen.

      • isa schreibt:

        Ja, und anständige Lebensbedingungen, wie sie die UN Behindertenrechtskonvention vorsehen, würden sicher dazu beitragen, dass man keinen Marsch mehr für das Leben mehr bräuchte.

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Mit Abstand die meisten Abtreibungen betreffen gar nicht voraussichtlich behinderte Kinder, sondern solche, die aus anderen Gründen gerade nicht so „passen“.

      • isa schreibt:

        Hast du auch wieder recht, besonders in Großstädten und wenn man Afrika und Lateinamerika mit einbezieht erhält man krasse Zahlen. Aber alle die nicht passen haben den Wirtschaftsfaktor gemeinsam, egal ob mit oder ohne Behinderung.

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