Frohen Sonntag, Herr Herbst!

Es gibt ja törichte Leute, die Ihnen die jährliche Ankunft verübeln mit dem einzigen Argument, daß Sie nicht der Sommer sind. Dabei sind Sie so schön! Mir sind Sie sehr willkommen, bleiben Sie gern zehn oder zwölf Wochen und kränken Sie sich nicht über die Miesepeter, die an Ihnen zu nörgeln haben.

Mahonie
MahonieMahonienbeeren

Hortensien und Habichtskraut
HortensienHabichtskraut

Zierquitten
ZierquittenZierquitte

Kastanienlaub
Welkes Kastanienlaub

Rosen und Hagebutten
Rosen 1Rosen 2
Rosen 3Hagebutten 1
Hagebutten 2

Feuerdorn
Feuerdorn 3
Feuerdorn 2Feuerdorn 1

Goldruten und Staudensonnenblumen
GoldrutenGoldruten und Staudensonnenblumen
Goldruten und Staudensonnenblumen 2

Max Dauthendey
September

Hinfällig wie die Erinnerungen
Stehen Herbstzeitlosen im nassen Gras
Und sprechen von Lieb mit zerbrechlichen Zungen.
Noch ein Schmetterling über die Schulter mir flog,
War ein Gedanke der bei Dir Honig sog.
Den Bäumen fallen die Blätter aus,
Wimmernde Stimmen wollen ins Haus
Wo herbstlos Dein Herz in Liebe thront,
Wie des Hauses Herd von Flammen bewohnt.

Jed‘ Blatt schaut noch zum Himmel hinauf,
Jedes Blatt fing heute den Himmel auf.
Während der Regen im Blattwerk wühlte
Lag ich im Himmel der selig kühlte,
Hielt in der Hand einer Wolke Brüste
Die meine Blätter inbrünstig küßte.

Die Blumen im Rasen die letzten süßen
Sind blühende Spuren von glücklichen Füßen;
Es tanzten dort Mädchen verliebt und nackt
Mit ihren flackernden Herzen im Takt.

Die Blumen im Rasen die letzten süßen
Sind blühende Spuren von glücklichen Füßen.
Wo Eine mit tausend Sorgen saß,
Da wimmelt ein Ameisenhaufen im Gras.

Wissen die Amseln von Sehnsucht etwas?
Eine Amsel sitzt bei mir liedersinnend im Gras.

Eilfertig rauscht mir zur Seite der Bach,
Auch das Wasser geht seinem Herzen nach.

Müd liegen Blätter wie Hände im Schoß;
Lassen Hände jemals die Sehnsucht los?

Du hast gelacht wie ein Glockenspiel,
Bis der Abend Dich grüßte, der bleiche Narr,
Und Dir verzückt zu Füßen fiel.
Die Nacht flocht ihr Haar
Und die Dinge verschwanden;
Wunderbar entstanden Schatten im Haus,
Bis Deine Hände vom Tag nichts mehr fanden.
Die Fenster taten ins Dunkel deuten,
Und Stille kam in den Winkeln zu hocken;
Nur Abendläuten sang sich herein,
Als würden ferne Menschen zu Glocken.
Und Sehnsucht sang Dir vor Deinen Ohren
Auf Wegen, die sich im Finstern verloren.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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Eine Antwort zu Frohen Sonntag, Herr Herbst!

  1. Heike Pohl schreibt:

    Wunderschön, Claudia.
    Ich mag ihn sehr, den Herbst 🙂

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