Seid ihr denn wirklich stumm, wo ihr Recht sprechen solltet?

Der 58. Psalm ist zunächst eine harsche Zurechtweisung ungerechter und tyrannischer Zeitgenossen. Wieder einmal wird Gott um Hilfe gebeten, hier in sehr drastischer Weise.
Der Schluß ist verstörend. Nein, ich will mich nicht über das Unglück anderer Menschen freuen, auch dann nicht, wenn ich überzeugt bin, daß sie es durch ihre Schlechtigkeit selbst verschuldet haben!
Und doch gehören auch solche Lieder zu den Psalmen. Vielleicht, weil Gott weiß, wie sehr wir Menschen im Zorn ausrasten können – und dann ist beten allemal besser als selbst dreinschlagen.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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