Bahnfahrt und Literatur

Ich fahre gern mit der Bahn. Am liebsten mit Tisch und Fensterplatz. Dabei kann man nicht nur lesen (z.B. Evelyn Waugh, Wiedersehen mit Brideshead – ein wundervoller Roman, für den man genug Zeit hat, wenn man den Bummelzug mit Sparpreis nimmt) – man kann auch aus dem Fenster gucken und dann ein Gedicht schreiben.

Ecclesia Brandenburgensis

Der Rainfarn wiegt die letzten gelben Kissen
Und dunkelbraunen trocknen Blütenplatten
Vor Feldern unter grellgesäumten Wolken,
Vor einem Dorf, aus dem die Kirche ragt.
Die grauen Steine kleiner dicker Kirchen,
Von neugetauften Wenden aufgeschichtet,
Bestehen lang und werden noch bestehen,
Solang der Rainfarn grünt und blüht und welkt.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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