Spaziergang am Wahltag

Auf einem Spaziergang habe ich noch einmal gründlich überlegt, ob und was ich wählen könnte. Eine kleine Partei, die bestimmt keine 5% bekommt und nicht ganz furchtbar ist, hätte ich gewählt – aber es traten nur solche Parteien an, die ich für ganz furchtbar halte, auch wenn sie klein sind. Also zeichnete ich auf den Wahlzettel ein nettes Gesicht, schrieb dazu einen kleinen Dank an die Wahlhelfer, die ja nichts dafür können, und verließ das Wahllokal mit nur etwas Unbehagen (statt sehr großem, was im Fall einer gültigen Wahl die Folge gewesen wäre).

Aber aus photographischer Sicht war der Tag nicht schlecht!
Nach dem Hochamt war ich in einem Café und teilte den Tisch mit einer Wespe, die sich wie im Schlaraffenland vorkam.
Wespe im ZuckerstreuerWespe im Zuckerstreuer
Wespe im ZuckerstreuerWespe im Zuckerstreuer

Kinder haben einen Rotdorn, der ja zur Zeit nicht blühen kann, mit kleinen Papierampeln geschmückt.
Ampelbaum

Vor einem Kindergarten blüht es immer noch sehr prächtig, Sonnenblumen und Japanische Anemonen fühlen sich hier wohl und auf letzteren auch eine Hummel.
SonnenblumenSonnenblumen
Japanische Anemone und HummelJapanische Anemone und Hummel

Im Hofgärtlein blüht die letzte Rose des Sommers (wenn nicht noch andere aufblühen, ausschließen kann man das nicht).
HerbstroseHerbstrose

Und zu Hause schaute das Eichhörnchen nicht weniger zufrieden aus, als wenn ich gewählt hätte.
Eichhörnchen

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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8 Antworten zu Spaziergang am Wahltag

  1. bigi schreibt:

    Liebes, du hast gewählt, du hast für dich eine Wahl getroffen, hast ganz demokratisch deinen Stimmzettel verwertet – warum also Unbehagen?
    Im Übrigen soll ich dir ganz liebe Grüße von Christiane bestellen, der Chefin im besten Café der Stadt, die sich sehr, sehr über dein Lob gefreut hat.
    Ich wünsche dir noch einen wunderbunten Sonntagabend

  2. Admiral schreibt:

    Bin stolz auf dich. Hast alles richtig gemacht. 🙂

  3. Juergen schreibt:

    Naja, ich habe zwei Kreuze gemacht und zwar jeweils eins in der rechten und eins in der linken Spalte.
    Den Zettel ungültig zu machen halte ich für gar nicht sinnvoll. Damit wird die Partei mit den meisten Stimmen auch am meisten gestärkt. Eine nicht abgegebene Stimme ist aus statistischen Gründen eben doch eine Stimme – wenngleich nur eine leise.

  4. Andreas schreibt:

    Solche Entscheidungen gilt es zu respektieren, auch wenn es meines Ermessens bei dieser Wahl eine „Alternative“ mit einigen bemerkenswerten Sätzen im Wahlprogramm gibt und man dieser eine Stimme zumindest anvertrauen hätte können. So vertun wir die Chancen, Inhalte in die Politik zu tragen, die von den anderen kaum mehr angesprochen, wenn nicht sogar verneint werden. Schade!

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Mit der Alternative habe ich sehr geliebäugelt. Aber auf Anfragen haben sie mir gemailt, daß sie ihre Position zur Abtreibung erst nach der Wahl beschließen. Das war mir zu riskant.

      • Andreas schreibt:

        Man darf sich keinen Illusionen hingeben: Keine Partei, die ernsthaft und realistisch auf eine politische Teilhabe hinarbeitet, wird derzeit eine echte Breitseite auf die gängige Abtreibungspraxis schießen können – dann würden interessierte Kreise wirklich alle Mechanismen der Marginalisierung in Bewegung setzen. Die Frage lautet unter den gegebenen Umständen vielmehr, was eine Partei programmatisch der Kindstötung im Mutterleib an Alternativen gegenüber stellt – erste Ansagen dazu sind im AfD-Programm enthalten.
        Um die Abtreibungsideologie zu überwinden, ist ein langer Atem und politische Willensbildung nötig. Das aber ist über einige Sitze im Bundestag besser möglich als wenn man außen vor bleibt – wie es nach den aktuellen Aussagen ausschaut, fehlen nun 0,1 Prozent.
        Das heißt, so es bei 4,9 Prozent bleibt: Die etablierten Parteien, die in Punkto politischer Willensbildung versagen (Union) oder welche die Abtreibungsagenda und diverse andere anverwandte Ideologien aktiv fördern (Rot, Röter, Grün) werden vier weitere Jahre ihre Platte spielen parlamentarisch unwidersprochen spielen können.
        Wohl gemerkt: Ich kann nicht behaupten oder gar beweisen, daß sich mit der AfD alles zum Besseren wenden würde – aber es wäre gewiß nicht schlechter noch schlimmer als das, dessen Zeuge wir seit Jahren sind und auch die kommenden vier Jahre wohl sein werden: verlorene Jahre.

  5. Das ist mir bisher der liebste Wahlbericht! ☼

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