anno Domini MMXIII

Das Jahr brachte mir neben einigem Ärger, einigen größeren Schwierigkeiten auch sehr Gutes.
Gesundheitlich gab es ein paar Probleme, aber nichts, was mich auf Dauer niedergeworfen hat. Kein Problem, sondern einfach nur erfreulich war, daß ich von einem sehr fetten zu einem schlanken Menschen geworden bin, mit überraschend wenig Mühe. An einigen menschlichen Enttäuschungen hatte ich hart zu beißen, andererseits haben sie mir auch gezeigt, wo ich hingehöre – und mit welchen Leuten ich so wenig wie möglich zu tun haben will, und daß vielleicht der ein oder andere von diesen am Ende so übel doch nicht ist.

Leider gab es einen seit einiger Zeit absehbaren beruflichen Schiffbruch – ich mußte zum Jahresende meinen kleinen, überhaupt nicht funktionierenden Verlag aufgeben. Da ich keine Angestellten hatte, betrifft der Schaden nur mich und hält sich in Grenzen.

Ich habe meine Wohnung eigenhändig renoviert, auch den häßlich lackierten Dielenboden abgeschliffen, und mich von gewaltigen Mengen an Dingen getrennt – und ich freue mich täglich darüber.

Der schönste Erfolg des Jahres war das Erscheinen meiner Ende 2012 fertiggestellten Übersetzung von René Rapin, Hortorum Libri IV im VdG (Verlag der Geisteswissenschaften). Und als ich dem heiligen Vater ein Exemplar schickte, da ich die Autorenexemplare am fünften Tag seines Pontifikats bekam und der Verfasser auch Jesuit war, bekam ich Post vom Papst.

Ich habe in diesem Jahr sehr viel geschrieben, unter anderem vier Sonettenkränze und eine bissige kleine Geschichte.
Von fünf Veranstaltungen (eine davon gar in Witten; ich strebe internationalen Ruhm an!) waren vier gute Erfolge, bei einer mußte ich kurz überlegen, ob das Publikum noch am Leben war. (War es. Konnte es nur nicht so zeigen.)

Meine Rezitationen aller hundertfünfzig Psalmen habe ich auf Youtube veröffentlicht; es hat mir große Freude gemacht, mich auf diese Weise mit dem Psalter zu beschäftigen.

Die Teilnahme an einem Bloggertreffen in Bonn wurde mir durch die Hilfe eines Bloggers ermöglicht; ich bin sehr froh darüber, es war schön, so viele Bloggerkollegen zu sehen und zu sprechen.

Viele Menschen haben mir in diesem Jahr sehr freundlich geholfen. Ich hatte selbst einige Gelegenheiten, anderen zu helfen, und bin dankbar für beides.

Was am 4. Oktober geschah und was ich in meinem diesjährigen Adventskalender veröffentlicht habe, kann ich nicht genauer als im Gedicht beschreiben. Es hat mich jedenfalls in guter Weise aufgerüttelt – auch wenn ich der gleiche Mensch mit leider den immer gleichen Macken geblieben bin – und hat mich Jesus, dem Glauben, der Kirche noch näher gebracht.

Daß ich der Kirche als Lektorin und in der Choralschola und auch durch meine gelegentlichen Veranstaltungen dienen kann, ist ein besonderes Glück.

Es war ein gutes Jahr für mich – und es wurde gegen Ende immer besser. Tatsächlich wurde ich mit Gutem ganz verschiedener Art geradezu überschüttet und stehe verdutzt inmitten von so viel Freude und Gnade – in der Hoffnung, daß es mir gelingt, davon auch etwas auszustrahlen und weiterzugeben.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu anno Domini MMXIII

  1. So wünsche ich Dir, liebe Claudia ein an- und aufregendes 2014, freue Dich weiterhin auch daran, was Du verloren hast: überflüssige Dingn aus dem Haus, diverse Kilos und vielleicht auch den unrentablen Verlag, der Dir ja am Schluß auch nur ein finanzieller klotz am Bein war. Ich wünsche Dir weit offene Türen und Tore, Den Segen des Ewigen bei allem, was Du anpackst, und vielleicht auch ein bißchen mehr Gelassenheit, wenn Dich da Jemand von ganz weit wech ankläfft. Sei da doch erhaben drüber! Was schert’s die deutsche Eiche, wenn die Sau sich dran schubbert? Laß sie doch an Dir abperlen! Sie rauben Dir sonst nur DEINE LebensEnergie. Sich echauffieren – ja das erzeugt, wie das Wort schon sagt, Hitze, die Du besser für schöne Sonette und -kränze einsetzen kannst. In diesem Sinne : Sei und bleib behütet im neuen Jahr! GLGr. aus dem Pommerschen PlattLand vom ollen grauen Wolf.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Lieber Wolfgang, herzlichen Dank für diese guten Worte! Das mit der Gelassenheit will ich jedenfalls immer neu versuchen. Und geschrieben wird hier hoffentlich noch viel.
      Auch Dir wünsche ich ein frohes und segensreiches Jahr!

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