Wenn das Amt voll ist

… kann man sich ärgern oder auch nicht. Ich habe mich heute für letzteres entschieden.

Jesus im Jobcenter

Du, Herr, bist mit mir überall.
Du stehst auch mit mir in der Schlange.
Du gießt mir Hoffnung und Freude ins Herz.
Du gibst mir Mut und Vertrauen.
Du schenkst mir frohe Gelassenheit,
wenn vor mir noch fünfzig warten.
Du füllst das öde halbdunkle Amt,
wo Atemluft rationiert wird,
mit Deiner Frische, freundlich und hell,
mit liebevollen Gedanken.
Du sagst mir: von denen, die vor mir stehn,
will keiner den Platz mir nehmen,
hat jeder zu tragen, genau wie ich,
die Lasten des eigenen Lebens.
Der eine riskierte vielleicht den Kopf
in seiner geliebten Heimat,
der andre hat schon längst resigniert
und weiß nicht, was er Dir wert ist.
Da tröstet eine ihr weinendes Kind.
Ein andres Kind läßt sich nicht trösten.
Und der da steckt voll verhaltnem Zorn,
und jener würde gern weinen.
Mein Jesus, steh Du uns allen bei,
gib allen Wege ins Leben.
Gib Du uns allen Liebe und Sinn.
Zeig allen den Weg zum Leben.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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