Donnerstag der fünften Fastenwoche

Wenn ich schon Sperlich heiße…
Lk. 12

Vor Jesus bin ich manchmal liebestoll.
Dann werden meine Eitelkeiten bleicher,
Die Haut wird dünner, und das Herz wird weicher,
Läßt Not und Freude ein und Dur und Moll.

Ich gelte zwar als arm, doch bin ich reicher,
Als wären meine Scheuern berstend voll.
Daß ich nicht weiß, wie lang ich leben soll,
Das ist mir gleich und wird mir täglich gleicher.

Wenn mir die Hadersucht den Geist zerrauft,
Wenn Lebensangst vor Sünde und Umnachtung
Mich packt mit Eisenklauen am Genick,

Und wenn man mich um Pfennige verkauft,
Und wenn mich trifft Bedrohung und Verachtung,
Vergißt mich Gott nicht einen Augenblick.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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