Ein vatikanisches Osterwunder

Im November letzten Jahres fand ich in der vatikanischen Netzausgabe der lateinischen Bibel einen wahrlich albernen Tippfehler.

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Ich mailte den Zuständigen vom PCCS (Pontificale Consilium pro communicationibus socialibus; Päpstliches Amt für soziale Medien). Nichts geschah, ich mailte wieder und wieder (und zwar immer in der vatikanischen Staatssprache Latein). Ich schrieb Briefe, zunächst sehr demütig und höflich, dann zunehmend grantig, bis hin zu wirklich schlechtgelaunten Worten.
Am Karfreitag war der Fehler immer noch nicht berichtigt.

Und nun – Wunder über Wunder! – steht da ganz richtig hic statt Chic.

Und der Brief, den ich schon vorbereitet habe und in dem dieser Satz vorkommt:

egomet si tale agerem, Domini Iudicis iustam timerem iram! (Wenn ich so handeln würde, würde ich den gerechten Zorn Gottes, des Richters, fürchten!)

… der bleibt nun virtuell – bis zum nächsten Fehlerfund.

Es hat ja ein bißchen gedauert, aber sage nun keiner, die hören da nicht auf Frauen. Très chic.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Ein vatikanisches Osterwunder

  1. Admiral schreibt:

    Wie jetzt? Du hat tatsächlich seit November MEHRERE Briefe geschrieben?

    Dir ist schon klar, daß Du da mit dem Vatikan redest, oder? Die denken und handeln doch in Jahrhunderten.

    Wahrscheinlich ist die Stelle korrigiert worden, weil das jemand vor 5-10 Jahre mal eingereicht hat. In ein paar Jahren werden die sich bestimmt ganz schön über Deine Ungeduld amüsieren. 🙂

    Gesegnete Ostern Dir. 🙂

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Vor fünf Jahren haben die doch noch gar nicht gewußt, daß es Internet gibt. 😉
      Auch Dir gesegnete Ostern – liturgisch ist es ja noch ne Weile!

  2. Barbara schreibt:

    Manchmal nützt demütig und freundlich eben nichts, dann muss man deutlich werden 😉

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