Und wieder mal ein Sonett

Denn Er kann auch ganz anders als „lieb“.

Gottesschrecken

Herr, Deine Gnade hat mich fast erschlagen.
Ich fürchte Dich und sehne mich nach Dir
Und fühl mich mehr denn je als Fremdling hier,
In diese Welt verbannt, zugleich getragen.

Nur was ich lassen soll, steht klar vor mir.
Zeig Du mir, was ich soll – ich will es wagen,
Und habe Angst, nur weiter zu versagen.
Gib, daß mein Glaube Tat wird – nicht nur Zier!

Ich hab mich selbst jahrzehntelang betrogen,
Hab Sünden kleingeredet, schöngelogen,
Und wollte glauben, vor Dir gut zu sein.

Dein Zorn, Dein Feuer weckte mein Gewissen.
Mein Herz hast Du gedehnt, gesprengt, zerrissen –
Und füllst es mit Dir selbst in Brot und Wein.

©Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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