Jesus – Sonettenkranz II

II

Du starbst, und darum kann in Dir ich sterben.
Du lebst, und Leben muß nicht mehr verwehen.
Vergeben hast Du, was durch mich geschehen.
Du kamst in meine Welt aus Staub und Scherben.

Ich werde eines Tages vor Dir stehen,
Vielleicht auch zitternd – doch nicht zum Verderben.
Du hast mich eingesetzt als Deinen Erben
Trotz meiner Ängste, Schulden und Vergehen.

Du richtest mich – und läßt mich nicht verderben.
Du hebst mich auf trotz meiner großen Schuld
Mit immer neuer, zärtlicher Geduld.

Du bist aus Liebe auf mich zugegangen,
Von Deinem Leiden ist mein Leid umfangen.
In meiner Seele spüre ich Dein Werben.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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