Jesus – Sonettenkranz V

V

Ich habe nichts für Dich als meine Scherben,
Als diesen Körper, der durchs Leben hetzt,
Von Leichtsinn, Gier und Eitelkeit verletzt,
Der wenig helfen kann und viel verderben,

Als diesen Geist, der viel verspricht und schwätzt,
Der gern sich loben hört und gern umwerben,
Der sucht, die Welt nach seinem Wunsch zu färben
Und der sich allzu häufig überschätzt,

Als dieses Herz, das zittert durch mein Leben,
Das zwischen Hochmut, Angst und Zweifel schwankt,
Zu wenig liebt und Dir zu selten dankt,

Als diese Seele mit dem Wetterschaden.
Nimm alles an, Herr, nimm dazu in Gnaden
Mein ängstliches und fehlerhaftes Streben.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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