Jesus – Sonettenkranz VI

VI

Mein ängstliches und fehlerhaftes Streben,
So oft nach eitlen, Dir so fernen Zielen,
Führt von Dir fort, als wollte ich verspielen,
Was Du mir schenktest – Liebe, Sinn und Leben.

Ich will nicht mehr nach Anerkennung schielen
Und tu es doch, und lass mich gern umgeben
Von Beifall, möchte über andern schweben,
Ich träume, hochgeehrt zu sein von vielen.

Ich bitt Dich, meine Sünden zu vergeben,
Und habe Angst, Dich nicht mehr zu erreichen,
Und weiß, ich kann die Schuld nicht selbst begleichen.

Du fügst zu meinem unvollkommnen Bitten
Die Qualen, die für mich Du hast durchlitten –
Und daraus willst Du mir ein Festkleid weben!

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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