Ich bin Nazarenerin!

Mit diesem Zeichen – dem arabischen Buchstaben N – markiert ISIS die Häuser von Christen. Christen, die weder zum Islam überlaufen noch fliehen (und zwar nach Abnahme von Schmuck und Geld), werden ermordet. Näheres über diese Aktion berichtet Josef Bordat mit größerer Ruhe, als ich es könnte.

Unkraut und Weizen
Mt. 13,24-30

Ihr glaubt im Ernst, Gott wolle euer Schlachten?
Ihr lasst nichts aus an Greuel und Gewalt,
Macht nicht vor Schwangeren und Kindern Halt
Und glaubt, dadurch das Gotteswort zu achten?

Ihr laßt euch filmen, wenn ihr herzenskalt
Voll Hohn posiert vor jenen Umgebrachten,
Die trotz euch, für euch!, beteten und wachten –
Ihr müht euch, daß ihr dem Gericht verfallt!

Ihr kreuzigt, steinigt, köpft, ihr schießt Raketen –
Und wollt ins Paradies für euer Morden,
Verleiht euch selbst noch für das Schänden Orden.

Mein Gott, ich kann für dieses Pack nicht beten,
Kann nicht vergeben, kann und will nicht schlichten.
Vergib mir, Herr. Komm bald, die Welt zu richten.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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9 Antworten zu Ich bin Nazarenerin!

  1. DerAutor schreibt:

    Sehr tiefgreifende Lyrik.

  2. Non Konform schreibt:

    Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

    Der Knecht ist nicht größer als sein Herr.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Willkommen auf diesen Seiten, Non Konform – und Dank für den Kommentar. Wobei ich annehme, die Schuldigen wissen gut genug, was sie tun, um schuldfähig zu sein.

  3. Pingback: Samenkorn der Kirche | Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

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