Samenkorn der Kirche

Ich bin Christin.
Selbstverständlich freue ich mich über jeden, der mit dem Christentum grundsätzlich einverstanden ist – aber ich mache meine Überzeugung nicht davon abhängig, und ich hoffe inständig, daß ich das auch unter schlechteren Bedingungen ehrlich sagen könnte.
In immer mehr Ländern würde durch diese Aussage mein vorzeitiger Tod wahrscheinlicher. Deutschland gehört noch nicht zu diesen Ländern. Man kann hierzulande für dies Bekenntnis zwar schon seit Jahren angepöbelt und sogar bedroht werden, aber bislang geschieht das nicht allzu häufig, wenn auch die Religionsfreiheit schleichend ausgehöhlt wird. Morde an Christen aufgrund ihrer Religion sind in Deutschland noch unüblich.
Ich bin jedoch erst 52 Jahre alt und rechne nicht damit, daß sich die Richtung des immer rauheren Windes in den nächsten dreißig Jahren ändern wird, sofern der Messias nicht vorher wiederkommt. (Letzteres halte ich zwar für wahrscheinlich und wünschenswert, aber „ihr wisst weder Tag noch Stunde“.)
Wie ich bereits erklärte, wird das dem lateinischen N entsprechende arabische Zeichen von einer terroristischen Organisation zur Markierung christlicher Häuser verwendet, um das Lynchen der Bewohner zu erleichtern. Daß ich dies Zeichen nun auf meinen Internetseiten verwende, hat nichts – nun ja, fast nichts! – mit Martyriumssehnsucht, viel jedoch mit meinem Glauben sowie mit Mitgefühl und Solidarität mit verfolgten Glaubensgeschwistern zu tun.
Ich habe kein Verlangen danach, verprügelt oder ermordet zu werden. Aber wenns denn sein muss – ich trage keine Waffen, halte meine Fingernägel kurz und bin unsportlich, also nur Mut, es wird euch nichts passieren.
Nur eines sollten Christenmörder grundsätzlich wissen:
Die Kirche ist in Zeiten härtester Verfolgung immer, seit zweitausend Jahren wirklich immer, gewachsen. Aus Christenhassersicht ist Christenverfolgung also kontraproduktiv.

semen est sanguis christianorum – Das Blut der Christen ist ein Samenkorn.
Quintus Septimius Florens Tertullianus

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Samenkorn der Kirche

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