Das Schulfach Französisch

Lieber Schüler, liebe Schülerin,

nach meinen Maupassant-Übersetzungen wird in der Schulzeit fast täglich gegoogelt, aber in den Schulferien nur selten. Vermutlich bist Du auf diese Seite gekommen, weil Du in Französisch Maupassant lesen sollst und eine Übersetzung suchst.
Ich kann Dich nicht hindern, meine Übersetzung als Orientierungshilfe zu benutzen, nicht einmal, sie zu kopieren und als Dein Werk auszugeben. Bedenke dabei allerdings, dass das nicht nur ein Verstoß gegen das Copyright und also illegal ist, sondern dass zudem Dein Lehrer ebenso gut googeln kann wie Du.
Vor allem aber bedenke, dass man sich mit Schummeln um die eigene Leistung, das eigene Lernen betrügt. Du kannst Dich entweder über das Ergebnis Deiner eigenen Ackerei freuen – auch wenn es ein mangelhaftes Ergebnis sein sollte, auch wenn Du manches falsch oder gar nicht verstehst – oder Du kannst eine Übersetzung lesen und in der Schule so tun, als hättest Du die Geschichte durch eigene Anstrengung erschlossen. Dann aber wirst Du Dich kaum freuen und nicht ein bisschen stolz sein, denn Du wirst wissen, dass Du ganz einfach faul warst und geklaut hast.

Übrigens habe ich das Übersetzen der schönen, klangvollen französischen Sprache nicht durch Mogeln gelernt. Ich habe Französisch gelernt, habe Vokabeln und Grammatik gepaukt, bescheuerte Fehler gemacht, mich überschätzt, einen starken Akzent gehabt, vollkommen unverständliche Sätze gebildet und gedacht, sie wären genial, immer wieder französisch gelesen, geredet, geschrieben – und schließlich konnte ich gut genug Französisch, um Maupassant zu übersetzen. So geht das, nicht anders.

Lieber Schüler, liebe Schülerin, wenn Du zum Mogeln hier bist, verlasse diese Seite, setz Dich woanders hin und mach Deine Hausaufgaben. Sei im übrigen versichert, dass ich eine katastrophale Schulkarriere hatte, Schule zeitweise abartig nervend fand, zeitweise auch Angst vor ihr hatte – und dass ich trotzdem alles, was ich gut kann, selbst gelernt habe und nicht kopiert.

Denn Lernen und Kopieren sind zwei ganz verschiedene Dinge.

Herzliche Grüße
Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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7 Antworten zu Das Schulfach Französisch

  1. Eugenie Roth schreibt:

    Das Regina Magazin sucht Ehrenamtliche, die englischte Texte ins Französische Übersetzen. Wär‘ das was für dich?
    Gruß
    Eugenie Roth

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ich schau mal auf deren Seite – vielen Dank für den Tip, das könnte was für mich sein!

      • Eugenie Roth schreibt:

        Nochmal, damit es keine Missverständnisse gibt. Das ist EHRENAMTLICH.
        Und: Ich schreibe dir das, obwohl ich weiß, dass es immer besser ist, von der fremden in die Muttersprache zu übersetzen als umgekehrt … geschweige denn von Fremdsprache in Fremdsprache …

        Bless you!

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Ist klar! Ich hab mich schon mit denen kurzgeschlossen, ich mach das.

      • Eugenie Roth schreibt:

        Ich würd’s ja gerne machen, aber mein (nachgeholtes) Abitur ist auch schon wieder 21 Jahre her … Damals war ich fit, da hätte ich das locker gemacht …
        Dann viel Freude!

        Eugenie Roth

  2. Susanne schreibt:

    Hey, manchmal bist du schon streng … Es ist doch völlig ok, eine Übersetzung als Orientierungshilfe zu benutzen, wenn man den fremdsprachigen Text nicht ausreichend versteht! Es ist nicht nur ok, es ist sehr sinnvoll. Ich mache das immer so, sonst haste nämlich keine Chance, innert nützlicher Frist da durchzusteigen ;). Also, ich hätte geschrieben: „Liebe Schülerin, lieber Schüler! Ich freue mich, dass du meine Übersetzung liest und hoffe, dass sie dich anregt, dich näher mit dem französischen Original zu beschäftigen.“ Und das würde ich nicht nur schreiben, sondern auch denken (oder nur denken) …

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Leider weiß ich – von Lehrern und aus Erfahrung in einem Lateinforum – daß das Modell „Übersetzung per copy-paste statt selber versuchen“ ziemlich verbreitet ist. 😉
      Wer wirklich ausschließlich eine Orientierungshilfe sucht und schon mal selbst vorgearbeitet hat – nun gut! Aber ich finde, Schüler sollten auch den Mut haben, mal blöde Fehler zu riskieren – und zu verbessern und daraus zu lernen.

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