Das Böse

Christenverfolgung ist schlimmer denn je, und während im Irak und in Syrien der IS, in Nigeria die Boko Haram alles schlachten, was ihnen nicht bedingungslos gehorcht, müssen Christen sich in Nordkorea in aller Heimlichkeit treffen – oder im Konzentrationslager sterben.

Die Presse hält sich weitgehend bedeckt, eine Lösung ist nicht einmal ansatzweise in Sicht, und in Deutschland beraten Politiker darüber, ob sie christliche Asylsuchende irgendwie vielleicht doch ein bißchen vor Attacken durch muslimische Asylsuchende schützen sollten oder nicht. Im kurdischen Autonomiegebiet werden die Flüchtlingslager voller, und die Kapazität des Landes ist sehr begrenzt. Zudem erstarkt auch hier eine gewaltbereite Form des Islam.

Es wird zu dem unübersehbaren Thema gewaltbereite Islamisten seit einiger Zeit täglich vieles gesagt – wie zu jedem Thema viel Dummes und wenig Kluges, und besonders wo es um IS geht, ist die Ratlosigkeit greifbar. Auch ich weiß keinen Rat. Ich habe Angst um die verfolgten Christen, Angst um die Seelen derer, die um geschlachtete Angehörige und Freunde trauern, Angst auch um dies Land, in dem ich so gerne lebe, das ich liebe, in dem Fanatismus, Bildungsfeindlichkeit und Hysterie (nicht nur, aber auch von moslemischer Seite) sich breitmachen und das so erbärmlich schlecht regiert wird.

Ich kann nur beten, bloggen und Sonette schreiben – und in ganz kleinem Rahmen die unterstützen, die tatkräftig helfen können. Das Hilfswerk Kirche in Not ist seriös und kann tatsächlich den Verfolgten helfen. Man kann dort für die irakischen und syrischen Christen spenden (oder für irgendeinen anderen Zweck, der in den Bereich dieses Hilfswerkes fällt).

Wir werden Krieg, Terror und Unterdrückung kaum auf diese Weise beenden. Aber ein wenig Not zu lindern ist weit besser als nichts.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Das Böse

  1. C.Lang schreibt:

    Schön, dass Sie aufschreiben, wofür mir oft die Worte fehlen. Wenn ich sage, dass ich Angst habe, dann – so ist es mir die Tage erst wiederfahren – werde ich belächelt und bekomme gesagt, dass ich mir doch bitte nicht so viele Gedanke machen solle. Mich beängstigt auch die Ignoranz vieler, die meinen, es müsse sie nicht interessieren, was in der Welt geschehe. Es geht ihnen ja schließlich gut und der Nahe Osten, Asien und Russland sind ja schließlich tausende von Kilometern entfernt. Warum sich also Sorgen, solange hier noch alles in gewohnte Bahnen verläuft. Traurig auch zu erkenne, dass man selbst immer wieder dagegen ankämpfen muss, dass die eigene Ohmacht nicht in Gleichgültigkeit umschlägt. Zumindest geht es mir so.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Oh ja, Gleichgültigkeit ist leider eine häufige Haltung. Eine andere, die mir nicht weniger auf die Nerven fällt, ist die Beschuldigung, daß jeder, der sich die widerwärtigen Bilder des IS nicht anschaut, selbst gleichgültig wäre – mir wurde Gleichgültigkeit kürzlich unterstellt, weil ich das Verbreiten solcher Videos kritisiert habe. Ich werde es trotzdem weiter kritisieren.

      • C.Lang schreibt:

        Ich würde niemandem, der sich – aus wlechen Gründen auch immer – weigert Bilder der IS zu teilen unterstellen wollen, dass er oder sie gleichgültig gegenüber den Greueltaten dieser Terrorgruppe ist. Ich kenne Ihre Beweggründe nicht. Aber ich weiß, wieso ich sie nicht teilen würde. Erstens, weil ich der IS diesen Gefallen nicht tun möchte, ihre scheußliche Propaganda zu teilen und damit womöglich auch noch dazu beizutragen, dass sich der ein oder andere fehlgeleitete Geist von diesen Terroristen beeindrucken lässt. Zweitens, weil es nicht meinem Verständnis von Menschenwürde entspricht. Die Menschen, die in diesen Videos abgeschlachtet werden, werden durch die IS ihrer Menschenwürde beraubt. Ich muss nicht auch noch in diese Kerbe schlagen, indem ich diese Bilder auch noch verteile. Das ist demütigend und verletzt die Würde dieser Menschen und entspricht wohl auch nicht den Regeln des gebührenden Respekts, den man Verstorbenen gegenüber zu erbringen hat, noch ist es pieteätvoll.

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Das sind genau auch meine Beweggründe.

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