Marsch für das Leben 2014

Über fünftausend Menschen gingen friedlich für das Leben auf die Straße, gegen Abtreibung, gegen PID und Selektion, gegen Euthanasie in jeder Form. Berichtet haben die Junge Freiheit und Josef Bordat – und viele andere.
Das Gegengebrüll von sich fortschrittlich dünkenden Linken, angeblich Frauenbewegten, grünen Jungs und Mädchen und den weiteren gewohnten Mitgeschöpfen war etwa so stark und genauso phantasievoll wie die letzten Male auch. Gleiche Masche, gleiche Sprüche. Es gab Aggressionen, wie in den verlinkten Artikeln zu lesen ist, und zwar auch in Form einer massiven Störung des Gottesdienstes (zu dem ich keine Zeit hatte, worüber ich im Nachhinein froh bin – es tut schon weh, von dieser Störung zu lesen).
Die Parolen der Lebensschützerfeinde waren dieselben wie in den letzten Jahren; eine besonders widerwärtige, zugleich frauenverachtende und blasphemische, habe ich schon als Kind gehört.
Die Lebensschützerfeinde brauchen übrigens dringend Stimmbildung – das Gebrüll wurde vornehmlich mit gequetschter und heiserer Bruststimme vorgetragen. Die Lebensschützer direkt neben mir konnten hingegen gut singen, entspannt, mit lockeren Stimmwerkzeugen und schön. (Natürlich sagt das nichts über Recht und Unrecht, aber doch einiges über Talent und Geschmack.)
Zudem schlage ich den Lebensschützerfeinden vor, nächstes Mal die alten Parolen wenigstens auch in einer alten Sprache zu skandieren:

nicht
Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!
sondern
nec deus nec res publica / neque patriarchato!

nicht
Wir sind die Perversen / wir sind euch auf den Fersen!
sondern
nos perversi / vestigiis sequimur vobis!

nicht
Mittelalter, Mittelalter, hey, hey!
sondern
ætas – ætas media! eho eho!

Das klingt doch gleich viel zivilisierter.

Marsch für das Leben 2014
Marsch für das Leben 2014
Marsch für das Leben 2014

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Marsch für das Leben 2014

  1. Pingback: Bizarres Demokratieverständnis | Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

  2. Pingback: Berlin 20.9.: Marsch für das Leben | Kreidfeuer

  3. estersimplicia schreibt:

    Schön!
    Gar keine schlechte Idee, mit den lateinischen Sprüchen, vielleicht würde denen nämlich beim Übersetzten aufgehen, was sie da eigentlich brüllen.

  4. Pingback: Frau Buddeberg und der Lebensschutz | Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

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