Ein Heiliger und ein persönlicher Jahrestag

Heute feiert die Kirche den Heiligen Franziskus von Assisi – ich winke herüber nach Rom zu einem anderen Franziskus und grüße den Heiligen mit einem Sonett – tut mir Leid, Francesco, was Neueres hab ich nicht.

Francesco

Herr Bernadone stellt den Sohn zur Rede
vor einer prominenten Gaffermenge,
mit Zorn, Besitzerstolz und Vaterstrenge,
voll ungestandner Angst vor einer Fehde.

„Von mir bekamst du alles!“ „Alle Zwänge.“
Der Sohn entkleidet sich ganz ruhig, jedwede
der Gaben zieht er aus, legt eine jede
zu Boden, steht befreit von seidner Enge.

Entblößt von allem Mächtigen und Kalten,
spürt auf der Haut er sommerliches Wehen
und will durch die erstarrte Menge gehen.

Da fühlt er sich vom Bischof festgehalten –
der ihn, von Ehrfurcht und von Scham erfüllt,
in seiner Capa Purpurseide hüllt.

© Claudia Sperlich

Außerdem ist heute mein persönlicher Jahrestag eines besonderen Erlebnisses, über das ich ebenfalls gedichtet habe – sofort und in den Tagen und Wochen nach jenem Erleben.
Und jetzt – ist nichts verflogen von jenem überwältigenden Tag, ist alles jeden Tag frisch und wächst nur weiter.

Du kamst als Sturm
Gottesschrecken
Umkehr
Jesus Befreier
Meines Fußes Leuchte
Mein Friede

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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