Nur ein Slogan

… denn ausführliche, logisch begründete und sachlich untermauerte Erklärungen helfen leider nicht immer.

Sobald man sagt, daß man – aus logisch nachvollziehbaren Gründen – die Beseitigung eines Menschen in sehr frühem Entwicklungsstadium nicht besser findet als wenn er schon etwas älter ist, kommt automatisch der Vorwurf übergroßer Emotionalität.
Aber es hat nichts mit Emotionalität zu tun, daß eine befruchtete menschliche Eizelle eine vollständige DNA hat, also per definitionem ein Mensch ist.

Wer mehr als einen Slogan möchte, kann unter dem Tag Abtreibung meine Beiträge zu diesem Thema finden.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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6 Antworten zu Nur ein Slogan

  1. Klaus Ebner schreibt:

    So ganz erschließt sich mir nicht der tiefere Sinn dieses Posts. Denn es geht ja in der breiten Diskussion weniger darum ob etwas gut oder schlecht ist sondern welche konkreten (strafrechtlichen) Konsequenzen es hat. Tatsache ist nunmal, dass bei den strafrechtlichen Konsequenzen die Geburt bzw. der Beginn der Eröffnungswehen immer eine große Zäsion war – auch lang vor Einführung des § 218. Es gab z.B. nie ein Delikt der Körperverletzung gegen Ungeborene wenn die Mutter raucht oder Drogen nimmt, Abtreibung war ein Vergehen und kein Verbrechen usw. Die Straflosigkeit der Abtreibung unter gewissen Umständen wurde auch nie damit begründet, dass der Embryo kein Mensch ist sondern mit dem pragmatischen Hinweis, dass eine strafrechtliche Verfolgung zu keiner entscheidenden Senkung der Abtreibungszahlen dafür aber zu einer ganzen Reihe negativer Konsequenzen führen würde. Genau deshalb hat das BVerfG dem Gesetzgeber ausdrücklich andere Ansätze als das Strafgesetz erlaubt um Ungeborene zu schützen. Und offensichtlich funktioniert das ja, denn die Abtreibungsrate ist in Deutschland deutlich niedriger als z.B. in Österreich.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Der Kommentar beweist mir nur, daß ich mit dem Slogan noch nicht niederschwellig genug bin.
      Pardon, aber „wurde ja eh noch nie bestraft“ ist etwas anderes als „ist schon in Ordnung“. Und daß der Embryo noch kein richtiger Mensch ist, wird von den Lebensschützergegnern bis zum Erbrechen oft wiederholt. Immer! Daran ändert kein Gesetz irgendetwas. Denn man kann Menschen nicht durch Gesetze zum Denken bringen; wer nicht denken möchte, läßt es halt bleiben.
      Den pragmatischen Hinweis habe ich auch lange so verstanden. Nur leider gibt es in Deutschland eine offensichtlich zunehmende Aggressivität gegen Menschen, die sagen, daß sie Abtreibung ganz grundsätzlich schlecht finden.
      Im Übrigen bitte ich einfach, wenn der Sinn dieses Beitrags sich nicht von selbst erschließt, dem Link auf meine anderen Artikel zu diesem Thema zu folgen. Vielleicht wird es dann deutlicher.

      • Klaus Ebner schreibt:

        Nun ja, der Slogan klingt wie ein Pro Choice Slogan. „My Choice“ wird damit halt sofort verbunden – unser Gehirn funktioniert nun mal so, dass es auf gelernte Inhalte zurückgreift und sofort Assoziationen herstellt OHNE lang nachzudenken. Mich stört etwas die Einteilung zwischen „Abtreibungsgegnern“ und „-Befürwortern“. Nach meinem Verständnis wären die einen in jedem denkbaren Fall gegen Abtreibung die Anderen in jedem denkbaren Fall dafür (also bis zur Geburt). Beide Gruppen zusammen machen vielleicht 4 % der Bevölkerung aus. Der größte Teil liegt wohl dazwischen und hält Abtreibung grundsätzlich für schlecht ist aber andererseits der Überzeugung, dass es nicht in jedem Fall eine für die Frau akzeptable Alternative gibt. Da gehöre ich auch dazu.

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Daß „Pro Life“ draufsteht, sollte deutlich machen, daß ich meine Haltung mit „Brain“ in Verbindung bringe. Ich glaube auch, die meisten Leute verstehen das.
        Ich spreche ausdrücklich nicht bzw. nur in Ausnahmefällen wie Peter Singer etc. von „Abtreibungsbefürwortern“ – sondern, aufgrund meiner Erlebnisse mit solchen, von Lebensschützergegnern.

  2. Klaus Ebner schreibt:

    Zum Thema „Lebensschützergegner“ erlaube ich mir einen Hinweis auf eine sehr gute Unterlage der kirchlichen „Aktion Leben“ in Österreich (link unten), der Forderungen ich voll und ganz unterstützen kann:
    http://www.aktionleben.at/sindwirnicht
    Wie unterscheidet sich aktion leben österreich von anderen Lebensbewegungen?

    Es gibt einige Merkmale, an denen sehr schnell zu erkennen ist, in welche Richtung eine Lebensbewegung geht:
    Merkmal 1: Die Sprache oder wie über Schwangerschaftsabbrüche und über Frauen, die sie haben durchführen lassen, geredet wird. Wir reden nicht von „Mord“ oder vom „Verbrechen der Abtreibung“. Wir richten nicht, wir verurteilen nicht.
    Merkmal 2: Das so genannte „Post Abortion Syndrom (PAS)“: Dieser Begriff ist eine Erfindung radikaler Gruppierungen. Wir wissen, dass Frauen unter Schwangerschaftsabbrüchen leiden und dies mitunter auch jahrelang. Dies aber als Drohung zu benutzen, um Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen, ist unzulässig. Es gibt durchaus Frauen, die mit der Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch Frieden geschlossen haben, ihn vielleicht später bedauern, aber keine psychischen oder psychosomatischen Probleme haben.
    Merkmal 3: Die Adoption Oft wird eine Frau von denselben, die „Adoption statt Abtreibung“ fordern, als Rabenmutter verurteilt, wenn sie genau das macht. Die Adoption andererseits als Alternative zur Abtreibung zu propagieren, zeugt von wenig Verständnis für die Problematik. Die Frau, die ihr Kind zur Adoption freigibt, muss es erst einmal annehmen und austragen, bevor sie es zur Adoption freigibt. Und dazu gehört sehr viel Liebe. Natürlich liegt diese extrem schwierige Entscheidung ausschließlich bei der betroffenen Frau; unsere Aufgabe ist es, ihr tatkräftig zur Seite zu stehen.
    Merkmal 4: Keine Bestrafung Wir haben immer wieder Vorschläge vorgelegt, was alles getan werden sollte, um Abtreibungen zu vermeiden. Die Verschärfung bestehender strafrechtlicher Bestimmungen ist nicht zielführend. Mit positiven Maßnahmen Bewusstsein zu bilden, ist unser Weg.
    Merkmal 5: Empfängnisverhütung Wir sind davon überzeugt, dass eine verantwortungsvolle Empfängnisverhütung dazu beitragen kann, Abtreibungen zu vermeiden. Abtreibungen und Empfängnisverhütung in einen Topf zu werfen und gleicherweise abzulehnen, halten wir für lebens- und wirklichkeitsfremd.
    Merkmal 6: Auftreten in der Öffentlichkeit Werbung für den Lebensschutz verlangt positive Bilder, die Vermittlung von Lebensfreude und tatkräftige Unterstützung für Menschen in Not. Es gilt, nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Alle diese Punkte unterstützen auch KALEB und AKTION LEBENSRECHT, wobei beide Gruppen hinsichtlich Verhütung auf natürliche Methoden (Temperaturmessung u.a.) setzen. Gerade bei KALEB wir ganz ausdrücklich von allen Mitarbeitern gefordert, auf schockierende Bilder und Berichte zu verzichten.

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