Ein Sonett für wirklich üble Menschen

Wer so schlechte Dinge sagt wie der Sprecher einer Terrororganisation, muß sich auf Antworten der besonderen Art gefasst machen, auch wenn es einige Wochen dauern kann.

ISIS
Wir werden euer Rom erobern, eure Kreuze zerbrechen, eure Frauen versklaven, wie es Allah, der Höchste, gestattet.
Abu Mohammad al-Adnani, Sprecher des ISIS, am 21. September 2014

Kann sein, daß einst die schwarze Fahne weht,
der Petersdom in Trümmern liegt, verlassen,
daß ihr mit Sklavenhandel füllt die Kassen,
daß Wissenschaft und Kunst durch euch vergeht.

Ihr werdet mordend nicht das Wort erfassen,
das in uns blüht, durch das die Welt besteht.
Wir bleiben treu in Glauben, Tat, Gebet,
und nie erliegt die Kirche eurem Hassen.

Ihr macht euch selber arm und schwach und dumm.
Ihr wollt nur schänden, morden und vertreiben,
zerschlagen, was die Liebe hat erbaut.

Was gut ist in mir, schreit euch zu: Kehrt um!
Bekehrt euch. Denn viel Zeit wird euch nicht bleiben.
Gott richtet euch, wenn sich sonst keiner traut.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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7 Antworten zu Ein Sonett für wirklich üble Menschen

  1. cassandra_mmviii schreibt:

    Also, langsam aber sicher….
    Solche Drohungen sollten entweder mit brüllendem Gelächter („Noch so einer!“) beantwortet werden oder mit dem Hinweis auf die Bereitschaft, sich und andere zu verteidigen. Nicht nur verbal, sondern mit Taten.

    Schluß mit Opfer. Zeit, sich den Feminismus zurückzuholen und elementarste Menschrechte für Frauen zu nicht nur zu fordern, sondern umzusetzen. Stichwort: Militäreinsatz.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ich schau, was ich selbst tun kann. Militäreinsatz? Finde ich richtig, kann ich aber nicht mitmachen. (Unsportliche 52jährige Frauen ohne jede militärische Ausbildung sind hierfür ungeeignet.) Und sonst? Außer Worten und Gebeten steht mir kein Mittel zur Verfügung. Dir?

      • cassandra_mmviii schreibt:

        Eine extrem deutlich formulierte Mitteilung an meinen Bundestagsabgeordneten habe ich losgelassen. Wird nichts nützen, aber trotzdem. Der will mich vertreten? Dann soll er! Reicht!

        Ich versuche, eine Petition für einen Militäreinsatz zu formulieren. Das ist erstaunlich schwer, denn warum Krieg böse ist, habe ich zu argumentieren gelernt. Warum Wegschauen noch böser ist, weiß ich zwar, aber es auszuformulieren ist neu.

        Die Meinungshoheit der „Friedensfalken“ brechen.

  2. Brettenbacher schreibt:

    @ cassandra
    .. und bei diesem, dem „Militäreinsatz“, wollen die Damen mit ihrem > zurückgeholten Feminismus< doch wohl unter sich bleiben ?
    Übrigens ist jedes "Gelächter" höllisch.

    • cassandra_mmviii schreibt:

      Mal ernsthaft: Hier debattiert der Feminismus, ob * oder _ die angemessene Formulierung ist- woanders werden Frauen als Ware verkauft. Sehe nur ich da einen Widerspruch?

      Die Damen in Kurdistan haben Waffen in der Hand- etwa 1/3 der kurdischen Milizen sind Fraueneinheiten. Warum nur? Vielleicht wegen akuter Unlust auf Sklaverei und Tod? Während wir was tun? Frauenquoten debattieren? Oder ob männlich und weiblich nicht nur Massenhalluzination sind? Ich frage mich ernsthaft, wo das „Sprachrohr des deutschen Feminismus“ abgeblieben ist und was der Rest der moralischen Talkshow-Instanzen und Pressediskutanten dieser Tage so treibt.

      Wenn bei der Frage, wie die Bundeswehr ausgestattet ist, der Einwand kommt, dass man keine bessere Bewaffnung fordern solle, denn Militär sei ja sowieso böse… ja, wieso eigentlich? Was ist moralisch bedenklich daran, Massenmord zu stoppen? Wieso sind alle erleichtert, wenn ein Militäreinsatz ausgeschlossen wird?

      • Claudia Sperlich schreibt:

        Ja Himmel: Das ist doch klar!
        Und jetzt bitte deutlich sagen: Willst Du, daß ich das einzige, was ich kann – wirklich das einzige – nämlich Sprache nutzen und beten – seinlasse und verstumme, weil ich was Richtiges ja doch nicht zuwege bringe?
        Glaub mir, Cassandra: Das überlege ich täglich. Und ich entscheide mich täglich dagegen. Gut möglich, daß ich falsch entscheide. Mach es selbst richtig – wenn Du kannst.

  3. Claudia Sperlich schreibt:

    Taten von der Zivilbevölkerung gibt es hierzulande schon: besoffene Nazi-Hooligans verprügeln Polizisten, um gegen Salafisten zu „demonstrieren“. Sehr überzeugend.

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