Lesetip für immer

Es gibt ein Buch – eigentlich eine Anthologie, wobei viele Einzelbücher (vom Umfang her teils eher Kapitel, teils wirklich Buchlänge) auf andere bezogen sind; die literarischen Verflechtungen sind vielfältig -, das sollte jeder lesen, der irgendein Interesse an bildender Kunst, Literatur, Musik, Architektur, Sprache oder Philosophie hat. Man muß dabei nicht unbedingt in der Reihenfolge von vorn bis hinten lesen, es ist aber unumgänglich, es mit der Zeit wirklich ganz zu lesen – jedes einzelne Buch darin.

Wer dies Buch nicht liest, versteht von sämtlichen europäischen und vorderasiatischen Kulturen nicht einmal fünf Prozent.

Es ist die Bibel.

Ganz unabhängig davon, ob Sie irgendetwas von dem, was in der Bibel steht, glauben – machen Sie folgendes Gedankenexperiment: Stellen Sie sich vor, es gäbe die Bibel nicht. Streichen sie aus der Kulturgeschichte alles, was auch nur im Entferntesten mit der Bibel (und damit auch mit dem Judentum und dem Christentum) zu tun hat. Also auch alle Entwicklungen, die zwar nicht in der Bibel stehen, sich aber ohne die Bibel nicht ergeben hätten.

Wenn Sie selbstquälerisch genug sind, das Experiment auszuweiten, verzichten Sie auf alles, was sich in vielen Schritten aus der Bibel entwickelt hat – also alles, was mit Judentum und Christentum und der davon beeinflußten kulturellen Entwicklung irgendwie zu tun hat. Dann suchen Sie sich ein nettes Plätzchen in einem Wald und bauen sich dort eine Hütte.

Wenn Sie sich selbst irgendwie doch erhaltenswert finden (was ich hoffe), halten Sie einfach die Augen offen und schauen, wo überall ihnen irgendetwas begegnet, was mit der auf die Bibel bezogenen kulturellen Entwicklung zu tun hat. Und bedenken Sie dabei, daß es nicht einmal die Ablehnung des Christentums gäbe, wenn es die Bibel nicht gäbe.

Selbst wenn Sie die ganze kulturelle Entwicklung – in Bausch und Bogen alles von Menschen Gesagte und Gemachte seit zweitausend Jahren – verkehrt finden, können Sie sie nicht ignorieren. Um das ansatzweise zu verstehen, brauchen Sie das genannte Buch. Fragen Sie den Buchhändler Ihres Vertrauens.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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6 Antworten zu Lesetip für immer

  1. theomix schreibt:

    Ein sehr gutes Plädoyer.

  2. reverendpeter schreibt:

    Hat dies auf Life Church rebloggt und kommentierte:
    Danke, für diesen Beitrag.

  3. Bettina schreibt:

    Hat dies auf laut und leise literatur lesen rebloggt und kommentierte:
    Claudias Empfehlung gebe ich gern weiter – kann besseres nicht berichten

  4. Pingback: Schauen und sinnen | Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

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