Die verborgene Rebellion

Daniel Rabourdin ist ein französischer Katholik und Regisseur, der seit langem in Amerika lebt. Mit Können und Leidenschaft arbeitet er an dem dokumentarischen Film The Hidden Rebellion über den Aufstand der Vendée, jener Erhebung gegen die Terrorherrschaft der Französischen Revolution. Die Bauern der Vendée, gläubige Katholiken, hatten lange friedlich – und erfolglos – gegen die Drangsalierung der Kirchen und der Gläubigen protestiert. Als im März 1793 die Revolutionäre eine Rekrutenaushebung in der Vendée unternahmen, griffen die Bauern zwar tatsächlich zu Waffen – aber nicht auf der Seite der Terrorherrschaft. Sie wehrten sich – eine Zeitlang sogar mit Erfolg. (Mir stellt sich ganz unabhängig von jeder moralischen und naturrechtlichen Erwägung die Frage, welcher dumme Teufel die Revolutionäre geritten hat, Bauern zur Zeit der Aussaat abzukommandieren, wenn die Ernährung des Landes von heimischer Landwirtschaft abhängt. Terrorherrschaft hat wohl einen schlechten Einfluß auf die Hirne der Verantwortlichen.)

Der erste Aufstand wurde 1794, der fast unmittelbar nachfolgende 1796 mit äußerster Brutalität niedergeschlagen; über 150.000 Menschen wurden guillotiniert, erschossen oder ertränkt oder unter Umständen eingesperrt, die niemand lange überleben kann.
Der Genozid an den Vendéens ist gut dokumentiert. Die folgenden Zitate sind dem Wikipedia-Artikel entnommen:

Mein Freund, ich verkünde Dir mit großem Vergnügen, dass die Räuber endlich vernichtet sind. […] Die Zahl der hierher gebrachten Räuber ist nicht abzuschätzen. Jeden Augenblick kommen neue an. Weil die Guillotine zu langsam ist, und das Erschießen auch zu lange dauert und Pulver und Kugeln vergeudet, hat man sich entschlossen, je eine gewisse Anzahl in große Boote zu bringen, in die Mitte des Flusses etwa eine halbe Meile vor der Stadt zu fahren, und das Boot dort zu versenken. So wird unablässig verfahren.

Brief an einen Minister aus Nantes; wurde vor dem Nationalkonvent verlesen

Es gibt keine Vendée mehr. Sie starb unter unserem blanken Säbel, mitsamt Frauen und Kindern. Ich habe sie in den Sümpfen und Wäldern von Savenay begraben. Man kann mir keine Gefangenen vorwerfen. Ich habe alles ausgelöscht.

General François-Joseph Westermann

Wir müssen all die Männer vernichten, die Waffen tragen und sie mit ihren Vätern, ihren Frauen, ihren Schwestern und ihren Kinder zerschlagen. Vendee soll nichts anders als sein als ein großer nationaler Friedhof.

General Turreau

In der Vendée wird die Erinnerung daran wachgehalten (ich weiß allerdings nicht, wie weit das auf nur volkstümliche Weise geschieht). In französischen Schulen und Geschichtsbüchern für junge Leute ist er kein Thema. Nach den Generälen der Revolution heißen Straßen und Plätze.

Über den Seligen Noël Pinot habe ich kürzlich berichtet. Exemplarisch für die unzähligen ermordeten Kinder stehen zwei Mädchen, die zur Guillotine gingen; die ältere tröstete ihre kleine Schwester: Hab keine Angst, heute abend werden wir bei dem Herrn Jesus essen.

Daniel Rabourdin will diese Ereignisse möglichst vielen Menschen vor Augen führen. Das Medium eines dokumentarischen Spielfilms ist hierfür sicher geeignet. Da für einen solchen Film keine Förderungsmittel zu erwarten waren, hat Rabourdin alles (auch seine feste Stellung und seine Wohnung) aufgegeben, hat lange Zeit in einem Zelt gewohnt – und gearbeitet. Er hat Menschen für sein Projekt so begeistert, daß sie spendeten, als Laienschauspieler ohne Gage oder als Profis mit geringer Gage spielten, für die Schauspieler kochten, mit Rat und Tat unterstützten. Rabourdin führt das in einem Interview auf Gottes Hilfe zurück.

Jetzt sind die Dreharbeiten fertig; mehrere Trailer sind zu sehen. Die ungeheure, zeit- und kostenaufwendige Arbeit von Schnitt und Ton bis zur völligen Fertigstellung läuft. Hierzu wird noch viel Geld benötigt – ein Aufruf an christliche Filmliebhaber, die Kultur zu unterstützen.

Ich hoffe und bete für Daniel Rabourdin und alle, die gute Filme schätzen, daß das Geld zusammenkommt.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Die verborgene Rebellion

  1. cassandra_mmviii schreibt:

    Im Narrativ des heutigen Europa nimmt die Französische Revolution eine positive Schlüsselrolle ein.
    Völkermord ist nicht positiv.

    Gestern fraget mich ein Studienfreund, der Lehrer ist, ob ich eine innovative Klausuridee zur Französischen Revolution habe.
    Nun habe ich eine. Danke!

  2. Pingback: Für Gott und Kino | Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

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