Schnauze voll von Freundlichkeit

Wenn ich sehe, wie deutsche Politikerinnen, die sich die Emanzipation auf die Fahnen geschrieben haben, hochgeschlossen und mit Kopftuch unter einem Bild des Ayatollah Khomeini sitzen und das ganz offensichtlich wunderbar finden; wenn ich mitbekomme, daß Staatsbesuche und Staatsgeschäfte stattfinden, wo die Christenverfolgung düstere Blüten treibt – dann wünsche ich mir, es gebe in Deutschland mehr Verstand, mehr Gerechtigkeit und mehr Zorn – und ich wünsche mir zugleich, das hohe Gut der Freundlichkeit werde sparsamer dosiert. Bei mir jedenfalls ist die Freundlichkeit knapp, und ich werde sie nur noch für Menschen verwenden, die sie verdienen.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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7 Antworten zu Schnauze voll von Freundlichkeit

  1. stefanolix schreibt:

    Ich fand das Bild und seine Folgerungen auch sehr bedenklich, aber ich widerspreche Dir in einer Sache: Sie fühlen sich nicht wunderbar. Sie fühlen sich furchtbar.

    Sie fühlen sich furchtbar, weil sie gerade merken, dass sie kein Rückgrat mehr haben. Sie fühlen sich furchtbar, weil ihnen gerade aufgeht, dass es eine noch schlimmere PR kaum geben kann. Und sie fühlen sich furchtbar, weil ihnen die Sinnlosigkeit ihres Unterfangens bewusst wird: SO erreicht man in einem frauenverachtenden Mullah-Staat überhaupt nichts.

  2. Bettina schreibt:

    Hat dies auf laut und leise literatur lesen rebloggt und kommentierte:
    Wieder einmal spricht mir Claudia mit diesem Beitrag aus Herz und Seele,

  3. Klaus Ebner schreibt:

    Bezieht sich das auf Claudia Roth von den Grünen?

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