Einundzwanzig heilige Märtyrer

Ich habe mir das jüngste Video der libyschen IS (denn auch dort sind sie nun) mit der filmisch inszenierten Ermordung von einundzwanzig koptischen Christen nicht angeschaut und werde das auch nicht tun. Mir genügt es, daß die Handlung beschrieben wurde von Journalisten, die sich den Greuel anschauen mußten – und daß es Standphotos gibt. Ich werde den Mördern nicht den Gefallen tun, ihre Videostatistik zu verbessern.

Auf der Facebook-Seite der Koptisch-Orthodoxen Kirche in Österreich steht:

Die koptisch orthodoxe Kirche verabschiedet ihre Kinder, 21 junge Männer, in die himmlische Ruhestätte. Ein weiteres Liebesopfer, das die Kirche ihrem Erlöser bietet.
Ihr reinen Märtyrer habt als letzte Worte geschrien: „Mein Herr Jesus, erbarme dich meiner“
Gedenkt uns vor dem himmlischen Thron, damit wir stets bereit seien, unseren Erlöser zu treffen!

Auch die Namen der Märtyrer sind dort aufgeführt. Leider ist einer nur als Arbeiter aus dem Dorf Or genannt; ich hoffe, daß er noch identifiziert wird. Gott aber kennt seinen Namen!

Milad Makin Zaki
Abanob Aiad Attia
Maged Soliman Shehata
Josef Shokry Younan
Kirolos Shokry Fawzy
Bishoy Istifanous Kamel
Samuel Istifanous Kamel
Malak Ibrahim Seniot
Tawadros Youssef Tawadros
Gerges Milad Seniot
Mina Fayez Aziz
Hany Abdelmassih Salib
Bishoy Adel Khalaf
Samuel Ilhem Wilson
ein Arbeiter aus dem Dorf Or
Ezzat Beshri Nassif
Louka Nagati
Gaber Monir Adly
Esam Bedar Samir
Malak Farag Abraam
Sameh Salah Farouk

Es wird wohl niemand verstehen, wie die Mörder so verblendet und verroht wurden. Noch weniger, wie sie prahlen können mit einem Video, in dem sie selbst sich als grobe Feiglinge zu erkennen geben, ohne den Mumm, Gesicht zu zeigen, ihre Opfer aber unzweideutig als Glaubenshelden sterben. IS hat da auf eigene Kosten einen Werbespot für das Christentum gedreht. Die von den Machern nicht intendierte Botschaft des Videos ist:

Werdet Christen – dann habt ihr eine Chance, mannhaft und auch auf Knien aufrecht zu sterben.
Werdet Christen – dann habt ihr die Möglichkeit, bis in den Tod zu lieben und dann ewig in der Liebe zu leben.

Das bleibt wahr, auch wenn ich keinesfalls weiß, ob ich in ähnlicher Situation so glaubensstark bliebe.

plures efficimur, quoties metimur a vobis; semen est sanguis Christianorum.
Wir werden vermehrt, sooft wir von euch niedergemäht werden; Saat ist das Blut der Christen.

Tertullian

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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3 Antworten zu Einundzwanzig heilige Märtyrer

  1. Eugenie Roth schreibt:

    So isses, und auch der Schlusssatz stimmt …

  2. Pingback: Bishoy, Samuel und Beshir | Mein Leben als Rezitatorin und Dichterin

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