Näher, mein Gott, zu Dir

Vor 210 Jahren wurde Sarah Flower Adams als Tochter literarisch gebildeter Eltern geboren. Sie schrieb eine Reihe religiöser Gedichte, von denen eines oft übersetzt und bis heute berühmt ist – das von Lowell Mason vertonte das auf Gen. 28,10-19 zurückgehende Nearer, my God, to Thee.

Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!
Drückt mich auch Kummer hier,
Drohet man mir,
Soll doch trotz Kreuz und Pein,
Dies meine Losung sein:
Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!

Bricht mir, wie Jakob dort,
Nacht auch herein,
Find ich zum Ruheort
Nur einen Stein,
Ist selbst im Traume hier
Mein Sehnen für und für:
Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!

Geht auch die schmale Bahn,
Aufwärts gar steil,
Führt sie doch himmelan
Zu meinem Heil.
Engel so licht und schön
Winken aus sel’gen Höhn:
Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!

Ist dann die Nacht vorbei,
Leuchtet die Sonn,
Weih ich mich Dir aufs neu
Vor Deinem Thron,
Baue mein Bethel Dir,
Und jauchz mit Freuden hier:
Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!

Ist mir auch ganz verhüllt
Mein Weg allhier:
Wird nur mein Wunsch erfüllt
Näher zu dir!
Schließt dann mein Pilgerlauf,
Schwing ich mich selig auf
Näher, mein Gott, zu Dir,
Näher zu Dir!

Ja, das ist sentimental! Kitschig! Die Melodie ist ein Ohrwurm, der nie mehr herausgeht!
Aber ich finde das Lied schön. Auch ohne die großartige Schlußszene in dem Titanic-Film von 1953. Aber mit ihr ist es noch mal besonders gut.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Näher, mein Gott, zu Dir

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