Ein Sonett für zwischendurch

… weil der Herr Alipius mal wieder nach Prunk hungert.

Dem Herrn Alipius
mit einer Cappa Magna

„Der Herr Alipius ist wahrlich dreist!
Er fordert kilometerlange Schleppen
Die wallend wogen über Marmortreppen
Umwölkt von Weihrauch und dem Heilgen Geist.

Der ganze Protz und Prunk ist nur für Deppen,
Das spiegelt Wahrheit vor und trügt und gleißt!
Und das, obwohl, wie du ja sicher weißt,
Die Priester nur die armen Simpel neppen!

Das ist mal wieder typisch für Katholen!“
So sprach ein tapfrer Atheist und pflegte,
Dieweil sein Tweed sich schmeichelnd um ihn legte,

Gebildeten Genuß in Kunstbetrachtung,
Denn Chartres, Worms und Reims galt seine Achtung.
Da bat ich Gottes Geist, den Mann zu holen.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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5 Antworten zu Ein Sonett für zwischendurch

  1. Alipius schreibt:

    Großartig! Danke!

  2. Admiral schreibt:

    Wird „Tweet“ nicht mit „t“ anstatt mit „d“ geschrieben? 🙂 #duckundwechrenn

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