Zum Tage der Schachtelsätze

den gibt es wirklich. Ich nehme die Herausforderung an – als Schriftstellerin und Rezitatorin.

Zwar ist es nicht, oder doch nur in seltenen Ausnahmefällen, zielführend, meistens jedoch sinnlos und zudem ungesund, sich übermäßig aufzuregen, doch kann ich nicht umhin, angesichts der (von mir mit voller Absicht und aus guten Gründen nachlässig gelesenen) Nachrichten, die uns, wenn nicht via Liveticker minütlich, so doch wenigstens halbtäglich aus aller Welt sowie auch aus der Kirche – der Einen Heiligen ebenso wie sämtlichen Geschwister- und Cousinenkirchen – erreichen, doch einen gewissen schwer zu bändigenden Zornmut zu verspüren, wenn ich bedenke, mit wie wenig klarem Geist und praktischem Verstand beinahe alles weit besser, als es tatsächlich gemacht wird, getan werden könnte, und wie erbärmlich viel zu wenig davon, wenn überhaupt etwas, zahlreiche Verantwortliche – oder sollte ich besser sagen: Verantwortungslose – in Politik und Wirtschaft aufweisen können und wie sehr, wenn auch lange nicht in gleichem Maße, dieser Mangel selbst in der katholischen Kirche (von den anderen Kirchen ganz zu schweigen) präsent ist, obwohl doch in ihr der Herr selbst, wie wir in jedem Trostreichen Rosenkranz bekennen, lebt und wirkt, was allerdings nicht immer unmittelbar zu merken ist, meines Erachtens nicht einmal für Heilige (zu denen ich mich allerdings gewiß nicht zählen darf).

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Zum Tage der Schachtelsätze

  1. Jürgen Niebecker schreibt:

    Auch wenn ich prinzipiell nichts gegen Deinen oben, aus Anlaß des Tages der Schachtelsätze, angeführten Satz einzuwenden, so doch insofern anzumerken habe, daß sich derlei lange, verschachtelte und mitunter auch verschränkende Sätze etwa bei Immanuel Kant, der bekanntlich oftmals in dieser, nicht ganz leicht zu verstehenden Weise, schreib, doch leichter lesen lasen, was möglicherweise an den Strukturen liegt, die daselbst eher der Lateinischen Sprache entlehnt zu sein scheinen.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Wahr ist, daß, sofern ein Schachtelsatz dem Leser – und zuweilen auch dem Autor selbst, wenn er anderntags nachschaut, was er da geschrieben hat – verständlich bleiben soll, und zwar ohne daß er (der Leser) allzulange überlegen muß, die Hypotaxe eines klaren, d.h. den Leser gleichsam an der Hand führenden, Aufbaus bedarf.

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