Geschrieben aus Langeweile

bei (nicht nach) einer Versammlung der Hausbewohner, untermalt von Gezänk.

Während der Sitzung

Ich frage nicht, mein Gott, woher der Tod,
Woher das Böse kommt, das alle leiden
Und tun; ich frag auch nicht, warum wir scheiden
Von so viel Gutem und so wenig Not.

Ich will auch niemand um sein Gut beneiden,
Will keinem je mißgönnen Wein und Brot,
Und wenn nun wieder Zank und Hader droht,
Will ich, so gut es geht, den Streit vermeiden.

Dazu, mein starker Gott, gib mir die Kraft,
Gib mir den Geist der Langmut und der Güte.
O Herr, vor Nervenkrisen mich behüte!

Ich frage nur, Du Geist, der Frieden schafft –
Herr, wenn es geht, mach mir das doch verständlich:
Ist dies die Hölle, oder ist es endlich?

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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