Tötung als Menschenrecht

Seit heute gilt die Tötung von Menschen in einem frühen Entwicklungsstadium in der EU als Menschenrecht. Josef Bordat äußert sich dazu mit gewohnter Geistesklarheit. Auf Marc Tarabellas Homepage ist die Entschließung zur Stunde noch nicht erwähnt; sie scheint ihm weniger bedeutend als der Kampf gegen die Ausspähung im Internet oder die Produktpiraterie. Die Seite des Europaparlaments berichtet unter der Überschrift Noch ein weiter Weg bis zur Gleichberechtigung von Frauen und Männern (Hervorhebungen von mir):

Die Politik muss sich ändern, um die Gleichstellung von Männern und Frauen zu verwirklichen. Das fordern die Abgeordneten in einer Entschließung, die am Dienstag mit 441 Stimmen bei 205 Gegenstimmen und 52 Enthaltungen angenommen wurde. Trotz einiger Fortschritte müsse noch viel getan werden, um das geschlechtsspezifische Lohngefälle, die „gläserne Decke“ in der Karrierelaufbahn und die fehlende wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen zu bekämpfen.
Ebenfalls müssen die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben verbessert, einschließlich Elternurlaub, sowie das Recht der Frau auf Abtreibung und Empfängnisverhütung anerkannt werden, so der Text der Resolution.
„Wir kommen hier zu keinem positiven Ergebnis“, sagte der Berichterstatter Marc Tarabella (S&D, BE) nach der Abstimmung und fügte hinzu: „Die Veränderungen sind zu langsam und darunter leiden die Rechte der Frau. Aber die Mehrheit, die hinter dieser Entschließung steht, beweist, dass das Europäische Parlament die Lohngleichstellung unterstützt, die Gewalt gegen Frauen bekämpft, und sich für Mutterschaftsurlaub sowie das Recht auf Abtreibung einsetzt“.
In der Entschließung wird die Lage im Jahr 2013 bewertet. Der Text unterstreicht die folgenden zentralen Herausforderungen für die Politik:
Das geschlechtsspezifische Gefälle bei Entlohnung und Renten, die Vertretung von Frauen in der politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsfindung, und die Auswirkungen der Wirtschaftskrise für Frauen (Armut),
Die Verbesserung der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, Kinderbetreuungseinrichtungen, Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub,
Das Recht der Frauen auf sexuelle und reproduktive Gesundheit, einschließlich Abtreibung und Empfängnisverhütung, und
Die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen.

Zwischen vielen in der Tat wichtigen Punkten wird in der Entschließung die Möglichkeit der Abtreibung als selbstverständlich zum emanzipierten Leben gehörend dargestellt.

Der einzige Lichtblick ist: Es handelt sich noch um eine Nichtlegislative Entschließung, d.h. Abtreibung ist zur Zeit noch keineswegs EU-weit gestattet, geschweige denn als „Menschenrecht“ anerkannt. Auch wenn diese Entschließung katastrophal ist und zu befürchten steht, daß Schlimmeres in der EU durchgesetzt wird – noch ist der Kampf für das Lebensrecht der Kleinsten nicht verloren.

Dennoch müssen Lebensschützer sich darauf einstellen, daß diese Entschließung in einer gesetzlichen Erlaubnis zur Tötung von Menschen mündet. Mehr denn je gilt es, Aufklärungsarbeit zu leisten und immer bessere Hilfsangebote zu machen. Ich muß aber gestehen, daß mich diese Entschließung des EU-Parlaments ratlos macht.

Wenn wir davon ausgehen, daß in Europa nicht oder kaum aufgrund von Geschlechtsmerkmalen abgetrieben wird, sind etwa 50% der Abgetriebenen weiblich. Also Gewalt gegen Frauen bekämpfen wollen, aber Gewalt gegen kleine Mädchen zulassen? Merkt eigentlich irgendeiner der Verantwortlichen was?

Was ich tun kann, ist beten. Und ich habe Zweifel, ob das irgendetwas bringt. Tue es trotzdem und bitte alle Menschen guten Willens darum, mitzubeten.

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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Eine Antwort zu Tötung als Menschenrecht

  1. Matthias schreibt:

    Hat dies auf Das Leben bejahen! rebloggt und kommentierte:
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