Judica

Eucharistie – Sonettenkranz
IV

Kannst Dich aus eignem Willen nicht mehr wehren,
Man könnte Dich verschütten und zerbrechen,
Du könntest nicht entfliehn dem Hohn, dem frechen,
Man könnte Dich mit Leichtigkeit versehren.

So zart und wehrlos kommst Du, unsre Schwächen
Zu heilen und die Seelen zu ernähren,
Auch wenn uns Schuld und Scham und Stolz beschweren –
Du kommst, um uns die Liebe zuzusprechen.

So kann ich, Herr, Dich essen und Dich trinken.
Du kannst in mir und ich in Dir versinken.
So wirst Du, König aller Welten, mein.

So wirst Du mir zur sinnlichen Erfahrung,
Machst Deinen Leib für meinen Leib zur Nahrung.
Du bist mir mehr als frommer schöner Schein.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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