Freitag der fünften Fastenwoche

Eucharistie – Sonettenkranz

IX

Der Menschen schuf und Weizenkorn und Traube,
Nur Er ist Schöpfer, und nur Er macht Leben.
Er hat uns Wissenschaft und Kunst gegeben –
Er gebe, daß der Mensch Ihn nicht beraube!

So echt, so wahr, so reich sind Korn und Reben!
Mit Grauen seh ich, wie ein blinder Glaube
An Menschenmacht sich anmaßt, aus dem Staube
Als kleiner Gott Chimärisches zu weben.

Zwar wollen manche sich zu Schöpfern schwingen
Und stümpern an den längst erschaffnen Dingen –
So kleine Lichter, die wir mächtig nennen!

Zu Gott alleine will ich mich bekennen!
Er nur hat Macht und Herrlichkeit und Kraft,
Der allen Wesen ihre Nahrung schafft.

© Claudia Sperlich

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Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu Freitag der fünften Fastenwoche

  1. Die Pimpfe schreibt:

    Ach Claudia, Deine Gedichte sind so schön! Ich mußte eben – vielleicht auch noch unter dem Eindruck meines schmerzlichen Verlustes und im Gedenken an die tiefe, lebendige und liebevolle Frömmigkeit des Verstorbenen – eine Träne wegdrücken. Von ganzem Herzen „Danke!“…

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